Tierische Petition

Haustierbesitzer haben genug von "Jagd-Wahnsinn"

Nur sieben Tage nach dem Start der Petition "Haustierabschuss stoppen – JETZT!" haben über 10.000 Menschen unterschrieben.
22.01.2026, 12:39
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Es hat nur eine Woche gedauert, dass mehr als 10.000 Personen die Petition "Haustierabschuss stoppen - JETZT!" unterschrieben haben. Ein klares Signal, sagt Tierschutz Austria nach zwei erschossenen Hunden, tausend empörten Tierfreunden und einem Jagdrecht, dass offenbar aus der Zeit gefallen sei.

„Das sind keine tragischen Einzelfälle mehr – das ist das Ergebnis eines Jagdrechts, das Haustiere nicht schützt. Wenn Hunde mit Warnwesten erschossen werden, läuft in diesem System etwas fundamental falsch. Dieses Gesetz gehört dringend reformiert“
Martin AschauerSprecher, Tierschutz Austria

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Zwei Hunde mit Fuchs verwechselt

Auslöser der Petition waren gleich zwei tödliche Vorfälle binnen weniger Wochen. Ende Dezember wurde Border Collie "Cooper" in Oberösterreich von einem 74-jährigen Jäger auf einem Forstweg bei Tageslicht erschossen und in der Steiermark traf es Husky-Mischlingshündin "Bailey", die zuvor sogar noch vom Jäger beim Spaziergang gesichtet wurde. Beide Hunde wurden angeblich laut Aussagen der Waidmänner mit einem Fuchs verwechselt und trugen Brustgeschirre in Signalfarben und Warnwesten.

„Wenn Hunde mit Warnweste oder neonfarbenem Geschirr mit Füchsen verwechselt werden, haben wir ein massives Sicherheitsproblem“
Michaela LehnerLeiterin Stabstelle Recht, Tierschutz Austria

Rechtslücke bestätigt!

Ein aktuelles Rechtsgutachten der Juristin Univ.-Prof.in Dr.in Erika Wagner (2025) bestätigt diese Rechtslücke: Der Abschuss von Haustieren sei verfassungswidrig, unverhältnismäßig und ethisch nicht vertretbar. Er beruhe auf teils jahrhundertealten Normen, die dem heutigen Mensch–Tier-Verhältnis widersprechen. Außerdem sind Jagdhunde ausgenommen, Familienhunde aber nicht, was eine sachlich kaum haltbare Ungleichbehandlung darstellt.

Eines ist sicher: "Neonfarbene Warnwesten beschützen Hunde nicht vor Kugeln", so Lehner. "Die österreichischen Jagdgesetze stammen aus Zeiten, wo es noch kaum Haustiere in Österreichs Familien gab. Unsere Familienmitglieder gehören deutlich besser geschützt."

Diese Forderungen stehen im Raum:

Tierschutz Austria fordert auf Basis der bisherigen Fälle und des Rechtsgutachtens eine umfassende Reform der Jagdgesetze.

- Ein ausdrückliches, österreichweites Verbot des Haustierabschusses;

- Psychologische Eignungstests für Jagdscheinbesitzer;

- Ein Alkoholverbot bei der Jagd und verbindliche Alkoholtests:

- Sofortiger Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen;

Momentan gelten folgende Regeln:

Aktuell dürfen Hunde und Katzen in sämtlichen Jagdgebieten getötet werden, also auf rund 98 Prozent Österreichs. Die Regelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich, aber durchwegs problematisch, beispielsweise:

„Jeder erschossene Hund, jede getötete Katze ist ein Opfer politischer Versäumnisse“

Niederösterreich: Abschuss in bestimmten Fällen verpflichtend;

Oberösterreich & Tirol: Erlauben die Tötung nach Fang in Lebendfallen;

Steiermark: Abschusskriterien wechseln saisonal; oft reichen vage Formulierungen wie "wild jagend"

Der Fall der Katze Peach zeigt, wie dramatisch diese Regelungen wirken können: Sie wurde in einer Lebendfalle gefangen und anschließend durch einen Kopfschuss getötet. Trotz Anzeige von Tierschutz Austria kam es zu einem Freispruch.

Wo bleiben psychologische Gutachten und Alkoholverbot für Jäger?

Tierschutz Austria kritisiert seit Langem gravierende Sicherheitslücken: Während nach der Waffengesetz-Novelle 2025 viele Waffenbesitzer verpflichtende psychologische Eignungsgutachten vorlegen müssen, sind ausgerechnet Jäger davon weiterhin ausgenommen.

„Das ist ein untragbares Sicherheitsrisiko, zumal diese Personen mit scharfen Waffen im öffentlichen Raum unterwegs sind“

Zusätzlich gibt es für die Jagd in Österreich weder eine verbindliche Promillegrenze noch ein einheitliches Alkoholverbot. Andere Länder zeigen, dass es besser geht: In Frankreich ist die Jagd unter Alkoholeinfluss seit 2023 ausdrücklich verboten, "offensichtliche Trunkenheit" ist dort ein eigener Straftatbestand. Für Tierschutz Austria ist klar: Alkohol und Waffen vertragen sich nicht.

Die Unterschriften werden u.a. Minister Totschnig als auch den zuständigen Landesräten, in Niederösterreich etwa Landesrat Pernkopf „übergeben". "Es kommt wirklich auf jede einzelne Unterschrift an", so Michaela Lehner abschließend.

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