Ein Huhn auf Abwegen hat am Mittwochvormittag, 14. Oktober, in St. Pölten-Wagram für einen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz gesorgt. Eine besorgte Anrainerin entdeckte das aufgeschreckte Federvieh auf der stark befahrenen Purkersdorfer Straße. Weil die Situation auch für Autofahrer gefährlich werden konnte, wurde schließlich die Feuerwehr alarmiert.
Als die Feuerwehrleute eintrafen, war von dem Huhn zunächst keine Spur mehr. Die tierische Ausreißerin hatte sich offenbar in eine verwachsene Grünfläche zurückgezogen. Doch so einfach wollten die Helfer nicht aufgeben.
Gemeinsam mit dem inzwischen eingetroffenen Besitzer machten sich die Feuerwehrkräfte auf die Suche. Zwischen Bäumen, Ästen und dichtem Gestrüpp entdeckten sie schließlich Huhn Henriette. Die hatte allerdings ganz andere Pläne, als sich freiwillig einfangen zu lassen.
Kaum kamen ihr die Helfer näher, nahm sie die "Haxln" unter die Flügel und flüchtete. Es folgte eine minutenlange Verfolgungsjagd durch die Au, über Nachbargrundstücke und sogar mit einigen spektakulären Flugeinlagen.
Am Ende bewies Feuerwehrmann Helmut Wieser das nötige Geschick. Er erwischte Henriette und konnte die widerspenstige Ausreißerin sicher einfangen. Damit war auch die Gefahr auf der viel befahrenen Straße gebannt.
Wie sich herausstellte, war das Huhn bereits seit mehreren Tagen unterwegs. Seine Besitzer hatten zuvor vergeblich versucht, es wieder einzufangen. Weil das Tier der Familie eines langjährigen Feuerwehrpartners gehört, übernahmen die freiwilligen Helfer nach Rücksprache schließlich die ungewöhnliche Aufgabe. Die Feuerwehr betonte allerdings, dass solche Tierrettungen nicht zu ihren eigentlichen Kernaufgaben zählen.
Für Henriette war der Ausflug damit endgültig vorbei. Ihr sichtlich erschöpfter Besitzer konnte sie wieder in Empfang nehmen und Richtung heimischen Hühnerstall marschieren.