Skifahren Ende September? Am Kaunertaler Gletscher wird das heuer Realität. Bereits am 26. September soll am Tiroler Gletscher die erste Piste geöffnet werden – eine Woche früher als im Vorjahr.
Doch auf einen frühen Wintereinbruch kann sich das Skigebiet derzeit nicht verlassen. Der Schnee für den Saisonstart stammt noch aus dem vergangenen Winter. "Für den Start Ende September wird der Schnee aus der letzten Wintersaison genutzt", erklärt Michaela Burger, Geschäftsführerin der Kaunertaler Gletscherbahnen, im "Heute"-Gespräch.
Der Schnee wurde über den Sommer in insgesamt 25 Schneedepots gelagert und wird nun auf der Piste verteilt. So soll zunächst eine Abfahrt am 1,5 Kilometer langen Sonnenlift für Ski- und Snowboardfahrer entstehen. Naturschnee ist derzeit kaum ein Thema. "Derzeit ist es wieder sehr trocken", erklärt Burger. Ein kurzer Regenguss habe lediglich für ein erstes "Anzuckern" der Berggipfel gereicht.
Für einen normalen Saisonbetrieb wäre das viel zu wenig. Der September-Start verfolgt allerdings auch ein anderes Ziel.
Das Angebot richtet sich vor allem an Trainingsgruppen und Skiclubs aus dem europäischen Raum. "Trainingsclubs brauchen möglichst früh ein Pistenangebot, um sich für die Bewerbe im Winter vorzubereiten", stellt Burger klar.
„Vereinzelt nutzen auch andere Gäste die Besonderheit eines sehr frühen Saisonstarts.“
Der frühe Saisonstart ist damit weniger ein Angebot für den klassischen Wochenend-Skifahrer als vielmehr ein Service für jene, die bereits für den Winter trainieren. Vereinzelt zieht der ungewöhnliche Termin jedoch auch andere Gäste an, verrät Burger. Für sie ist Skifahren Ende September eine besondere Gelegenheit.
Am 26. September bleibt es zunächst bei einer Abfahrt. In den ersten Oktobertagen soll jedoch schon eine weitere Piste folgen, wenn die Karlesjochbahn in Betrieb geht. Auch dafür wird auf den Schnee aus dem vergangenen Winter zurückgegriffen. Der Gletscherbetrieb tastet sich damit Schritt für Schritt in die neue Saison vor.
Dass ausgerechnet ein Gletscherskigebiet mit eingelagertem Schnee in den Winter startet, zeigt zugleich die Veränderungen am Berg. "Solang es noch Gletschereis gibt, ist es aufgrund des Untergrunds aus Eis möglich, dass bereits mit wenig Schneefall oder auch durch technische Beschneiung, Ski gefahren werden kann."
Doch mit dem Rückgang des Gletschers verändert sich der Untergrund. "Mit dem Rückgang des Gletschers entsteht ein Untergrund, der viel mehr Schnee braucht, um eine Befahrung mit Skiern möglich zu machen", erklärt Burger. Somit werde es auch für Gletscherskigebiete trotz der Höhenlage schwieriger. Sie müssen sich auf veränderte Voraussetzungen einstellen.