Wer im Flugzeug randaliert, andere bedroht oder die Crew attackiert, könnte in Großbritannien bald hart auf dem Boden der Tatsachen landen. Die Regierung prüft laut BBC eine nationale Sperrliste für notorische Flugzeug-Pöbler. Wer darauf landet, dürfte künftig mit keiner britischen Airline mehr abheben.
Die Idee klingt drastisch – ist aber ernst gemeint: Reisende, die sich wiederholt danebenbenehmen oder Gewalt anwenden, könnten künftig auf einer zentralen Liste landen. Verwaltet werden soll diese gemeinsam von Fluglinien und Regierung.
Derzeit können Airlines zwar einzelne Passagiere sperren, doch das Problem: Wer bei einer Gesellschaft rausfliegt, kann oft problemlos bei der nächsten buchen. Genau das will Großbritannien ändern.
Noch ist der Plan nicht fix. Denn eine solche Sperrliste wirft heikle Datenschutzfragen auf. Aktuell dürfen Passagierdaten nicht einfach zwischen Fluglinien geteilt werden. Damit eine landesweite Schwarze Liste überhaupt möglich wird, müssten gesetzliche Regeln angepasst werden.
Auch in Österreich kann Fehlverhalten im Flugzeug bereits ernste Folgen haben. Wer die Sicherheit an Bord gefährdet, Gewalt anwendet oder Crew und Passagiere bedroht, riskiert strafrechtliche Konsequenzen – in schweren Fällen sogar Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren. Grundlage dafür ist der Straftatbestand der Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt.
Dazu kommen mögliche Schadenersatzforderungen, Polizeieinsätze nach der Landung oder Airline-interne Flugverbote. Der Pilot darf außerdem Maßnahmen setzen, um Ordnung und Sicherheit an Bord wiederherzustellen – inklusive Meldung strafbarer Vorfälle.
Ob Österreich irgendwann ebenfalls eine zentrale Sperrliste für Problem-Passagiere einführt, ist derzeit offen. Der Vorstoß aus Großbritannien könnte aber auch in Europa eine neue Debatte lostreten: Wie viel Fehlverhalten in der Luft ist noch tolerierbar – und wann heißt es endgültig "Boarding verweigert"?