Nach wochenlanger Fahrt auf See und bangem Warten ist die Rettungsaktion am Kreuzfahrtschiff "Hondius" beendet. Die letzten Passagiere und der Großteil der Crew haben das vom tödlichen Andesvirus betroffene Schiff verlassen. Die "Hondius" machte sich anschließend mit einer Restbesatzung auf den Weg nach Rotterdam.
Vier deutsche Passagiere aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen wurden zunächst im Uniklinikum Frankfurt aufgenommen und sollen nun in häusliche Quarantäne gebracht werden. Laut Bundesgesundheitsministerium zeigt keiner von ihnen bisher Symptome.
Wie NTV berichtet, wurde allerdings ein spanischer Passagier in Madrid positiv getestet. "Die Person ist isoliert, ohne Symptome und wohlauf", erklärte Spaniens Gesundheitsministerin Monica Garcia.
Auch in Frankreich und den USA wurden positive Tests gemeldet. Insgesamt gibt es mittlerweile sieben bestätigte Fälle.
Das Andesvirus ist das einzige Hantavirus, das von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte. Bisher forderte der Ausbruch drei Todesopfer.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern. Die Kontaktpersonen werden in den kommenden Wochen engmaschig auf Symptome überwacht.
Kapitän Jan Dobrogowski wandte sich erstmals in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Er bedankte sich bei Besatzung und Passagieren für "Geduld, Disziplin und Freundlichkeit". "Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend", sagte der aus Polen stammende Kapitän.
Experten geben jedoch Entwarnung: Das Andesvirus sei längst bekannt und gut einschätzbar. Ein größerer Anstieg der Fallzahl sei nicht zu erwarten. Lars Schaade vom Robert Koch-Institut betonte: "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar" mit dem Coronavirus.