Wer auf Ibiza spontan eine Sonnenbrille, ein Getränk oder eine Massage direkt am Strand kauft, sollte künftig vorsichtig sein. Die beliebte Ferieninsel verschärft den Kampf gegen illegale Strandverkäufer – und nimmt nun auch deren Kunden ins Visier.
In der Gemeinde Sant Josep, zu der auch die bekannten Strände Ses Salines und Platja d’en Bossa gehören, gilt seit 4. Juli eine neue Verordnung. Sie sieht Geldstrafen für Urlauber vor, die Waren oder Dienstleistungen von nicht genehmigten Strandhändlern beziehen.
Je nach Verstoß können zwischen 150 und 750 Euro fällig werden. Während der Kauf illegal angebotener Produkte wie Sonnenbrillen oder Tücher mit mindestens 150 Euro bestraft werden kann, drohen für Dienstleistungen wie Strandmassagen sogar Strafen von bis zu 750 Euro.
Damit Urlauber gar nicht erst in die Kostenfalle tappen, werden an den Stränden neue Hinweisschilder aufgestellt. Diese sollen Badegäste darüber informieren, dass der Einkauf bei illegalen Anbietern strafbar ist.
Auch die örtliche Polizei wirbt auf Social Media für die neue Linie. Die Behörden argumentieren, dass hinter dem scheinbar harmlosen Handel oft organisierte Netzwerke stehen. Dabei gehe es nicht nur um Produktfälschungen, sondern auch um die Ausbeutung von Menschen in prekären Lebenssituationen. "Hinter diesen scheinbar günstigen oder harmlosen Produkten verbergen sich Realitäten, die weitaus weniger sichtbar sind", erklärt die Polizei. Jeder Kauf trage zu diesem illegalen Kreislauf bei.
Ein Verbot für nicht genehmigte Strandverkäufer gibt es auf Ibiza bereits seit Jahren. Nach Ansicht der Behörden hat das allein jedoch nicht ausgereicht, um das Problem einzudämmen. Deshalb werden nun erstmals auch die Käufer zur Verantwortung gezogen.
Die Hoffnung: Wenn die Nachfrage sinkt, verlieren die illegalen Händler ihre Geschäftsgrundlage.