Klares Verbot

Oben ohne? Am Comer See drohen jetzt 200 Euro Strafe

Wer in Varenna am Comer See im Bikini oder mit freiem Oberkörper durch den Ort spaziert, riskiert jetzt ein saftiges Bußgeld.
Heute Life
09.07.2026, 10:12
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Wer am Comer See Urlaub macht, sollte künftig genau überlegen, was er abseits des Strandes trägt. Im idyllischen Ort Varenna gelten ab sofort strenge Regeln: Wer mit freiem Oberkörper oder in Badebekleidung durch die Gassen, Geschäfte oder Restaurants spaziert, muss mit einer Geldstrafe zwischen 50 und 200 Euro rechnen.

Die Gemeinde zieht damit eine klare Grenze. Badebekleidung ist nur noch direkt am Seeufer oder auf Booten erlaubt – im historischen Ortskern ist sie tabu.

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Einwohner haben genug vom Massentourismus

Varenna zählt nur rund 650 Einwohner, begrüßt aber jedes Jahr Hunderttausende Besucher. Für viele Einheimische war das Verhalten mancher Urlauber zuletzt zu viel.

Bürgermeister Mauro Manzoni begründet die neuen Vorschriften: "Varenna ist ein wunderschönes Dorf, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen. Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht auf dem Altar des Massentourismus geopfert werden."

Klare Zustimmung aus der Bevölkerung

Die neuen Vorschriften stoßen bei vielen Bewohnern auf Zustimmung. "Am Strand kann man machen, was man will – aber wenn man durch den Ort läuft und in Läden, Restaurants, Kirchen oder auf dem Platz ist, muss man sich anständig kleiden", sagte ein Ladenbesitzer dem italienischen Sender "TGCom24". Ein anderer ergänzte: "Es war höchste Zeit. Das ist eine vernünftige Maßnahme."

Viele hoffen nun, dass die Regeln nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch konsequent kontrolliert werden. Mit dem Kleidungsgebot allein ist es nicht getan.

Varenna verschärft auch andere Vorschriften für Touristen:

  • Reisegruppen dürfen höchstens 25 Personen umfassen.
  • Gruppen dürfen die engen Gassen nicht blockieren.
  • Reiseleiter dürfen keine Lautsprecher mehr verwenden.

Varenna ist kein Einzelfall

Immer mehr italienische Urlaubsorte verschärfen ihre Regeln, um den Massentourismus und unverschämtes Verhalten besser in den Griff zu bekommen. Bereits 2022 führte Sorrent Geldstrafen gegen das Herumlaufen in Badebekleidung außerhalb des Strandes ein.

Auf der Nobelinsel Capri wird ebenfalls erwartet, dass Badebekleidung nur am Strand getragen wird. Wer im Bikini oder mit nacktem Oberkörper durch das Zentrum läuft, kann je nach Gemeindeverordnung bestraft werden. Auf eine solche Verordnung setzt auch Positano an der Amalfiküste: Für Badekleidung außerhalb des Strandes kann eine Geldstrafe verhängt werden.

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