Italien entzweit

Neues Strand-Verbot: Streit um mitgebrachtes Essen

Das Verbot von mitgebrachtem Essen am Strand spaltet derzeit Italien. Verbraucherschützer stellen jetzt klar, was wirklich erlaubt ist.
Heute Life
08.07.2026, 13:06
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In Italiens Urlaubsregion Apulien sorgt ein neues Strand-Verbot für hitzige Debatten. Mehrere Betreiber privater Strandbäder von der Küste des Gargano bis zur Küste des Salento wollen ihren Gästen verbieten, selbst mitgebrachte Speisen und Getränke unter dem Sonnenschirm zu essen. Der Grund: Sie befürchten Umsatzeinbußen für ihre Bars und Restaurants sowie einen "Imageverlust".

Familien verstecken ihre Brote

Besonders Familien fühlen sich von den Regeln benachteiligt. "An unserem Strand ist es verboten, Essen von zu Hause mitzubringen und es unter dem Sonnenschirm zu verzehren, schildert eine Mutter aus Vieste gegenüber dem "Corriere del Mezzogiorno". Deshalb verstecke sie belegte Brote und Focaccia gut in ihrer Tasche, um Diskussionen am Eingang zu vermeiden.

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Der Grund für ihr Handeln ist einfach erklärt: "Mit zwei Kindern kann ich es mir nicht leisten, jeden Tag Brötchen an der Bar zu kaufen oder im Restaurant des Strandbads zu Mittag zu essen." Ein belegtes Brötchen kostet am Strand rund fünf Euro. Für eine vierköpfige Familie kommen mit Getränken und Eis schnell mehrere Dutzend Euro pro Tag zusammen.

Klare Ansage

Das hat Apuliens Regionalpräsident Antonio Decaro dazu veranlasst, eine scharfe Kritik an den Strandbetreibern in den sozialen Medien zu veröffentlichen. "Schon die Kosten für Sonnenschirme und Liegestühle sind exorbitant", erklärt Decaro in dem Video. "Können wir wirklich von denjenigen, die sich für ein Strandbad entscheiden, verlangen, dass sie ausschließlich in der Bar oder im Restaurant des Strandbads essen?"

Tatsächlich regelt die Region Apulien die Ordnung an den Stränden bereits durch die Strandverordnung. Seit 2019 ist es an den Stränden Apuliens verboten, Einwegplastik zu verwenden, so Decaro. Wer Essen von zu Hause mitbringt, muss biologisch abbaubares Besteck und Geschirr verwenden. "Der Rest scheint nur eine 'elegante' Art zu sein, zu sagen: Esst bei uns oder gar nicht", fügte er hinzu und stellt klar: "Das Meer ist ein Allgemeingut und darf nicht zum Luxus werden."

Rückendeckung bekommen die Badegäste und Decaro von der Nationalen Verbrauchervereinigung Unione Nazionale Consumatori. Demnach dürfen Betreiber zahlenden Gästen das Mitbringen eigener Speisen nicht untersagen, sich die staatliche Konzession auf Stranddienstleistungen wie Liegen und Sonnenschirme bezieht und nicht auf die Gastronomie.

Taschenkontrollen oder ein Zwang zum Konsum in der Strandbar seien daher unzulässig. Daran erinnert ihr Vorsitzender Massimiliano Dona erst im vergangenen Jahr auf Social Media.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.07.2026, 13:06
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