Beschiss bei Berlin-Marathon

Influencerin prahlt mit Zeit, doch Foto überführt sie

Eine Fitness-Influencerin sorgt nach dem Berlin-Marathon für heftige Diskussionen. Die junge Frau wurde mit Fotos beim dreisten Betrügen erwischt.
Digital  Heute
07.10.2026, 19:57
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Eine chinesische Fitness-Influencerin sorgt nach dem Berlin-Marathon für heftige Diskussionen. Die junge Frau, in den sozialen Medien als Abeeeer bekannt und über 500.000 Fans hat, hat einen Teil der Marathonstrecke am Fahrrad zurückgelegt. Trotzdem stellte sie ihre Zeit später als persönliche Bestleistung ins Netz und verschwieg den Regelbruch zunächst.

Wie das britische Portal "LADbible" berichtet, prahlte Abeeeer am 27. September mit einer neuen Bestzeit von 4 Stunden, 53 Minuten und 46 Sekunden. Doch schon bald tauchten Zweifel auf – Fotos zeigten die Läuferin gegen Ende des Rennens am Drahtesel. Laut "20 Minuten" wurde sie so schnell entlarvt.

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Fotos zeigten die Läuferin gegen Ende des Rennens am Drahtesel.
Instagram/@officialunofficialtime

Zwischenzeiten werfen Fragen auf

Auch ihre Laufdaten sorgten für Verwunderung. Wie LADbible schreibt, war sie zwischen Kilometer 35 und 40 plötzlich deutlich flotter unterwegs als davor. Genau in dieser Phase, in der nach über drei Stunden eigentlich die Erschöpfung zuschlagen sollte, legte sie ihre schnellsten fünf Kilometer hin. Die verdächtigen Zeiten passen auffällig gut zu den Fotos, die sie am Fahrrad zeigen.

Ein Instagram-Account namens "Official Marathon Time Integrity Unit" (OMTIU), der sich auf das Aufdecken verdächtiger Marathon-Ergebnisse spezialisiert hat, griff den Fall ebenfalls auf. Es wäre denkbar gewesen, dass Abeeeer nach der Fahrradtour ausstieg. Tatsächlich lief sie aber ins Ziel und präsentierte ihr Ergebnis als ehrliche Bestleistung.

"Ich schäme mich zutiefst dafür"

Mittlerweile hat Abeeeer ihren Regelverstoß zugegeben. In einer öffentlichen Entschuldigung bestätigte sie, während des Marathons ein Fahrrad benutzt zu haben. "Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung", schrieb sie. Sie habe sich während des Rennens körperlich schlecht gefühlt, das dürfe aber keine Ausrede für einen Regelbruch sein.

Besonders selbstkritisch zeigte sie sich, was ihr Verhalten nach dem Lauf betrifft. Sie habe die Fahrradtour "bewusst verschwiegen". Das sei "äußerst unehrlich" gewesen und widerspreche dem Gedanken eines fairen Wettkampfs. "Ich schäme mich zutiefst dafür", so die Influencerin. Sie wolle ihr Verhalten überdenken und die Kritik annehmen.

Sportmarke beendet sofortige Zusammenarbeit

Die Aktion bleibt für Abeeeer nicht ohne Folgen. Wie das französische Laufportal U-Trail berichtet, hat Brooks China die Kooperation mit der Influencerin beendet. Die Sportmarke hatte sie rund um den Marathon mit Ausrüstung ausgestattet. In einer von OMTIU veröffentlichten Stellungnahme räumte Brooks China zudem eigene Fehler bei der Kontrolle ein.

Nach dem Rennen habe man zwar Ergebnisse, Texte, Fotos und Videos geprüft, den gesamten Rennverlauf und die Zwischenzeiten aber nicht ausreichend kontrolliert. Brooks China entschuldigte sich bei Läuferinnen, Läufern und Kundschaft.

Laut U-Trail will das Unternehmen künftig genauer hinschauen, wenn es um die Auswahl und Überwachung von Markenbotschaftern geht. Eine weitere Zusammenarbeit mit Abeeeer schließt die Firma aus.

red,Akt. 07.10.2026, 20:02, 07.10.2026, 19:57