Eklat im Parlament: Eine reguläre Sitzung des Tourismusausschusses ist am Donnerstag in einen emotionalen Schlagabtausch ausgeartet. Im Zentrum standen NEOS-Sprecher Dominik Oberhofer und Grünen-Sprecherin Barbara Neßler.
Im Hohen Haus diskutierten Abgeordnete die Auswirkungen des Nahost-Kriegs auf den heimischen Tourismus. Auch Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Deregulierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn nahmen teil.
Trotz der aktuellen Weltlage sei für die heimische Tourismusbranche mit einer guten Sommersaison zu rechnen, betonte Zehetner. Die vollen Auswirkungen der Eskalation seien noch nicht absehbar, die Hotellerie sei jedoch "vorsichtig optimistisch".
Hitzig wurde es, als die grüne Tourismussprecherin Barbara Neßler das Wort ergriff. Ihre Aussagen zur Saisonnierregelung sorgten bei Oberhofer für heftige Reaktionen. Schließlich ließ er sich zu einem geschmacklosen Kommentar hinreißen: "Am liebsten würde ich dir über den Tisch ins Gesicht hupfen", sagte der NEOS-Mann in Richtung Neßler.
Ausschuss-Obmann Christoph Steiner (FPÖ) mahnte Oberhofer ab und sagte: "Ich bin kein Verteidiger der Grünen, aber so eine Aussage geht nicht, schon gar nicht gegenüber einer Frau."
Der NEOS-Tourismussprecher, der sich für seine Aussage umgehend entschuldigt hatte, erklärte im Gespräch mit der "Tiroler Tageszeitung" seinen Wutausbruch: "Ich habe mich geärgert, weil sie drei Mal die Unwahrheit gesagt hat. In der Wintersaison 2024/25 hat Schwarz-Grün die nötige Verordnung viel zu spät fertig gemacht. Das wollte ich richtigstellen. Heute haben wir eine saubere Regelung."
Die Grünen-Politikerin reagierte gegenüber "Heute" deutlich: "Ich bin in den sozialen Netzwerken täglich mit Hass und Beschimpfungen konfrontiert – von Männern, die glauben, über Frauen bestimmen zu können. Davon lasse ich mich nicht einschüchtern, auch nicht von Aussagen wie jenen von Kollegen Oberhofer", sagte sie.
Solche Angriffe würden sie vielmehr darin bestärken, weiter dafür zu kämpfen, "dass keine Frau so etwas erleben muss". Gerade Frauen würden für klare Meinungen gezielt angegriffen, um sie mundtot zu machen. "Es ist unsere aller Aufgabe, für ein gutes Miteinander zu sorgen – im echten Leben genauso wie online."
Abschließend richtete sie sich direkt an die Pinken: "Ich rate den NEOS, ihren Abgeordneten zu einem Anti-Gewalt-Workshop zu schicken."