Wie viel Bürokratie verträgt der Standort Österreich? Genau darüber diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Politik bei einem Treffen im Außenministerium – mit klarer Botschaft: Weniger Regeln, die an der Praxis vorbeigehen.
Im Rahmen der Initiative "Business Meets Diplomacy" kamen am 9. April Unternehmen mit Staatssekretär Sepp Schellhorn (Neos) zusammen. Ziel war es, Wege zu finden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und bürokratische Hürden abzubauen.
Im Zentrum der Diskussion stand die richtige Balance: Einerseits braucht es klare Regeln für einen funktionierenden Staat, andererseits können zu viele Vorschriften Unternehmen massiv belasten. Genau hier soll angesetzt werden.
Schellhorn betonte, wie wichtig Rückmeldungen aus der Praxis sind: "Zu viel Bürokratie entsteht dort, wo Regeln an der Praxis vorbeigehen. Genau deshalb holen wir uns Rückmeldungen direkt aus den Unternehmen – und setzen sie konsequent um. Weniger Bürokratie heißt am Ende mehr Tempo, mehr Investitionen und mehr Wettbewerbsfähigkeit."
Auch aus Sicht der Wirtschaft wurde klar gemacht, worauf es ankommt: Regeln müssen im Alltag funktionieren. Vertreter von Leitbetriebe Austria und aus der Unternehmenspraxis verwiesen darauf, dass vor allem die Umsetzbarkeit entscheidend sei. Gleichzeitig wurde betont, dass neue politische Strukturen Chancen für echte Entlastung bieten könnten.
Ein Problem zeigt sich laut Diskussion vor allem im Zusammenspiel mehrerer Ebenen: EU-Vorgaben, nationale Umsetzung und Behördenpraxis greifen ineinander – und sorgen oft für zusätzlichen Aufwand. Aus der EU-Kommission wurde auf laufende Vereinfachungen verwiesen, gleichzeitig aber auch die Verantwortung der einzelnen Staaten betont.
Das Außenministerium setzt dabei auf Beteiligung. Über eine eigene Servicestelle können Unternehmen sowie Bürger Vorschläge einbringen, um Bürokratie abzubauen. Mehr als 4.000 Ideen sind auf diesem Weg bereits eingelangt.
Ein zentrales Ergebnis des Treffens: Es braucht vor allem praxistaugliche Regeln und eine konsequente Umsetzung bestehender Maßnahmen. Klar ist auch – weniger Bürokratie kann nur im Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft gelingen.