Kurse werden abgebrochen

Integrationsprüfungen – jetzt kommt alles raus

Nur noch knapp jede zweite Integrationsprüfung wird in Österreich bestanden. Gleichzeitig steigt die Zahl der Wiederholungsantritte. Die Details.
André Wilding
18.06.2026, 14:14
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Die Integrationsprüfungen in Österreich werden für viele Teilnehmer zunehmend zum Stolperstein. Aktuelle Zahlen aus dem Integrationsministerium zeigen, dass inzwischen nur noch knapp jede zweite Prüfung positiv abgeschlossen wird. Gleichzeitig steigt die Zahl der notwendigen Antritte.

Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) an die Grünen hervor. Die gesetzlich vorgeschriebenen Integrationsprüfungen umfassen neben Deutschkenntnissen auch Fragen zu Werten und Gesellschaft.

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Erfolgsquote geht zurück

Besonders deutlich zeigt sich der Trend beim Sprachniveau A2. Während im Jahr 2023 noch 53 Prozent der Antritte erfolgreich waren, sank die Quote bis 2025 auf 48 Prozent. Auch bei den B1-Prüfungen ging die Erfolgsquote zurück – von 55 auf 49 Prozent.

Gleichzeitig müssen viele Teilnehmer öfter antreten, bevor sie die Prüfung schaffen. Beim Niveau A2 stieg die durchschnittliche Zahl der Antritte pro Person von 1,28 im Jahr 2023 auf 1,43 im Jahr 2025. Bei den B1-Prüfungen erhöhte sich dieser Wert im selben Zeitraum von 1,24 auf 1,48.

Das Ministerium betont allerdings, dass daraus nicht automatisch geschlossen werden könne, ob Betroffene die Prüfung letztlich bestehen oder nach einem negativen Ergebnis nicht mehr antreten. Erfasst werden im Integrationsgesetz ausschließlich die Niveaus A2 und B1.

Deutliche Unterschiede nach Herkunft

Als Gründe für die sinkenden Erfolgsquoten nennt das Ressort mehrere Entwicklungen. So habe sich die Zusammensetzung der Prüfungsteilnehmer verändert. Der Anteil von Menschen aus Ländern mit traditionell höheren Erfolgsquoten sei zurückgegangen, während mehr Personen aus Herkunftsstaaten mit niedrigeren Bestehensquoten zu den Prüfungen antreten.

Besonders gute Ergebnisse erzielen laut Ministerium Teilnehmer aus der Ukraine, Bosnien und Herzegowina, Rumänien oder Russland. Niedrigere Erfolgsquoten werden hingegen bei Personen aus dem Irak, Afghanistan und Syrien verzeichnet.

Integrationsministerin Claudia Bauer
Sabine Hertel

Hinzu komme, dass mittlerweile mehr Menschen an den Prüfungen teilnehmen, die zuvor Alphabetisierungskurse besucht haben. Gerade Personen mit geringer Schulbildung oder ohne schulische Vorerfahrung benötigten häufig mehr Zeit und mehrere Anläufe, um die Anforderungen zu erfüllen.

Auch die regelmäßige Teilnahme an den Kursen spielt laut Ministerium eine wichtige Rolle. Die Anwesenheit sei zuletzt leicht zurückgegangen. Wer häufiger am Unterricht teilnimmt, habe jedoch deutlich bessere Chancen auf einen positiven Abschluss.

Tausende Kursabbrüche

Für Diskussionen sorgen auch die Zahlen zu abgebrochenen Deutschkursen. Im Jahr 2025 wurden laut den vorliegenden Daten knapp 10.000 Deutschkurse ohne Entschuldigung vorzeitig beendet.

Die Bundesregierung plant deshalb eine verpflichtende Teilnahme an Integrationsmaßnahmen. Laut Regierungsprogramm sollen Deutschkurse, Wertevermittlung und Integrationsberatung künftig verbindlich werden. Wer die Vorgaben nicht erfüllt oder Integrationsprogramme abbricht, muss mit Sanktionen rechnen. Vorgesehen sind unter anderem Kürzungen von Leistungen.

Zuletzt war die geplante Integrationspflicht allerdings auch innerhalb der Regierung umstritten. Zwischen SPÖ und ÖVP gab es unterschiedliche Auffassungen über die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 18.06.2026, 14:15, 18.06.2026, 14:14
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