Sonne statt Winterschlaf: Rom will seinen Küstenort Ostia künftig auch in der kalten Jahreszeit beleben. Eine neue Verordnung macht den Weg frei für ganzjährige Angebote an den Stränden.
Was bisher vor allem nach Sommer, Meer und Badeurlaub klang, soll künftig auch von November bis März funktionieren. Strandbäder können dann weiterhin Gastronomie anbieten und ihre Flächen für Sport, Freizeit und Kultur nutzen.
Die Pläne haben es in sich: Auf dem Sand sollen auch im Winter Liegestühle stehen, Volleyball gespielt und Strandspiele veranstaltet werden. Dazu kommen Buchpräsentationen und geführte Spaziergänge.
Auch das Wetter spielt Rom dabei in die Karten. Die vergleichsweise milden Wintermonate an der Küste sollen Ostia zu einem zusätzlichen Ausflugsziel machen – für die Bewohner der Hauptstadt ebenso wie für Besucher. Wie viele Strandbad-Betreiber tatsächlich mitziehen, ist allerdings noch offen.
Bürgermeister Roberto Gualtieri hat am 29. September 2026 die Verordnung Nr. 127 unterzeichnet. Sie soll nicht nur mehr Leben an die Küste bringen, sondern auch für mehr Stabilität bei Betrieben und Beschäftigten sorgen.
Betreiber können bei der zuständigen Stadtverwaltung ein eigenes Konzept für die Wintersaison einreichen. Die Genehmigungen können bis zum Inkrafttreten der neuen Bäderverordnung 2027 verlängert werden – allerdings nur, soweit die jeweilige Konzession reicht.
Eine wichtige Grenze zieht die Stadt allerdings: Der Zugang zum Ufer muss kostenlos und frei bleiben. Das gilt auch dort, wo Strandbäder ihre Anlagen betreiben. Auch Menschen mit Behinderungen müssen die Küste barrierefrei erreichen können. Die Betreiber sind zudem für die Reinigung ihrer Strandabschnitte verantwortlich.
Besondere Vorgaben gibt es für Schutzvorrichtungen am Strand. Sie müssen Umweltauflagen erfüllen und dürfen weder Zugänge noch die Zufahrt von Rettungsfahrzeugen blockieren.
Für Bürgermeister Gualtieri ist die neue Regelung Teil eines größeren Plans, berichtet der "Corriere della Sera". Ostias Küste soll nicht länger nur während der klassischen Badesaison eine Rolle spielen. "Wir wollen, dass unsere Küste das ganze Jahr über erlebt und gepflegt wird", erklärte der Bürgermeister. Ostia habe ein großes Potenzial, das nun besser genutzt werden solle.
Auch Stadtrat Tobia Zevi verweist auf klare Spielregeln: ordnungsgemäße Pachtzahlungen, sichere Anlagen, Umweltschutz und der kostenlose Zugang zum Ufer.
Damit könnte sich das Bild von Ostia deutlich verändern. Statt leerer Strandbäder und abgesperrter Winteranlagen soll dort künftig auch in der Nebensaison gegessen, gespielt, spaziert und Kultur erlebt werden.