Defizit fast halbiert

Kassen senken Minus – doch jetzt droht neues Finanzloch

Österreichs Krankenkassen können ihr erwartetes Defizit für 2026 fast halbieren. Für die kommenden Jahre drohen dennoch deutlich höhere Verluste.
Newsdesk Heute
15.08.2026, 17:10
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Die österreichischen Krankenversicherungsträger können ihr erwartetes Minus für 2026 kräftig reduzieren. Statt eines Defizits von 204,8 Millionen Euro werden aktuell nur noch 111,2 Millionen Euro erwartet – für die kommenden Jahre bleiben die Aussichten allerdings angespannt.

Noch vor rund eineinhalb Jahren war für 2026 sogar ein Abgang von mehr als einer Milliarde Euro prognostiziert worden. Dachverbands-Chef Peter McDonald sieht die jüngste Entwicklung deshalb als Erfolg.

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ÖGK mit 151 Millionen im Minus

Bei den einzelnen Versicherungsträgern fällt die Bilanz unterschiedlich aus. Für die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) wird für 2026 derzeit ein Minus von 151,5 Millionen Euro erwartet. Vor drei Monaten waren es noch 217,8 Millionen Euro.

Auch bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) verbessert sich die Prognose. Statt eines Verlusts von 102,7 Millionen Euro stehen nun 65,1 Millionen Euro im Raum.

Als einziger der drei Träger dürfte die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) schwarze Zahlen schreiben. Ihr erwarteter Gewinn wurde allerdings von 115,6 auf 105,4 Millionen Euro nach unten korrigiert.

Bis 2030 drohen 855 Millionen Euro Minus

Auch für die kommenden Jahre wurden die Defizitprognosen deutlich reduziert. Ein Minus bleibt dennoch bestehen: Für 2027 werden über alle drei Träger hinweg 188,2 Millionen Euro erwartet, 2028 sind es 406 Millionen Euro.

2029 könnte der Fehlbetrag auf 681,5 Millionen Euro anwachsen. Für 2030 werden derzeit 855,8 Millionen Euro Minus prognostiziert. Zuvor war für dieses Jahr noch mit einem Defizit von mehr als 1,1 Milliarden Euro gerechnet worden.

McDonald hält dennoch an einer "schwarzen Null" als Ziel fest. "Wir haben hart daran gearbeitet, vom Milliardendefizit in Richtung Turnaround zu kommen", sagte er zur APA.

"Es ist ja unser Job, als selbstverwaltete Führung der Versicherungsgemeinschaft sicherzustellen, dass wir nicht mehr ausgeben, als wir an Geld zur Verfügung haben. Das passiert nicht aus Selbstzweck, sondern aus Verantwortungsbewusstsein und um den medizinischen Fortschritt für alle weiterhin zugänglich zu machen."

ÖGK streicht 300 Dienstposten

Die besseren Zahlen führt McDonald nicht auf frühere Prognosefehler zurück, sondern auf Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen. Dazu gehören Gehaltsabschlüsse unter der Inflation, die Streichung von 300 Dienstposten bei der ÖGK und weniger Verwaltungsflächen.

Auch bei bestimmten Leistungen wurde gespart. Genannt werden strengere Regeln bei Krankentransporten und eingeführte Selbstbehalte. Vereinbarungen mit Vertragspartnern seien außerdem günstiger ausgefallen als zunächst erwartet.

Zusätzliche Einnahmen bringt die Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrags für Pensionisten um 0,9 Prozentpunkte.

Weitere Reformen gefordert

Trotz der Verbesserung sieht McDonald weiteren Handlungsbedarf. Die alternde Bevölkerung nehme medizinische Leistungen stärker in Anspruch, gleichzeitig müsse auch der medizinische Fortschritt finanziert werden.

"Wir brauchen eine ausgeglichene Gebarung, nicht zum Selbstzweck, sondern für zukünftige Generationen", sagt McDonald.

Weitere Veränderungen könnten im Zuge der laufenden Gesundheitsreform kommen. Dabei geht es unter anderem um die Häufigkeit von Arztbesuchen, die Patientenlenkung sowie neue Versorgungsformen außerhalb der Krankenhäuser.

Huss warnt vor zusätzlichen Kosten

ÖGK-Obmann und Arbeitnehmervertreter Andreas Huss bewertet die neuen Zahlen ebenfalls positiv. Für ihn ist die Entwicklung "erfreulich", ein ausgeglichenes Ergebnis sei aber noch längst nicht erreicht.

"In den Zahlen ist der Leistungsausbau der kommenden Jahre noch nicht eingepreist."

Für diese zusätzlichen Angebote werde weiteres Geld benötigt. Huss kündigte deshalb an, sich im Rahmen der Reformpartnerschaft und des Finanzausgleichs für zusätzliche Mittel einzusetzen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 15.08.2026, 17:10
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