Neue Zahlen

186 Arztstellen offen – ÖGK plant großen Ausbau

Trotz Klagen über Kassenarztmangel sind 97 Prozent der ÖGK-Planstellen besetzt. Größere Lücken gibt es bei Zahnärzten und einzelnen Fachrichtungen.
Newsdesk Heute
14.08.2026, 21:58
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Lange Wartezeiten und fehlende Kassenärzte sorgen immer wieder für Kritik am österreichischen Gesundheitssystem. Neue Zahlen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zeigen allerdings: Mehr als 97 Prozent der rund 10.300 Planstellen sind derzeit besetzt oder bereits gebunden.

Mit Stand 1. August waren österreichweit 94 Stellen in der Allgemeinmedizin weder besetzt noch bereits vergeben beziehungsweise reserviert. Bei den Fachärzten waren 92 Planstellen offen.

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Größte Lücke bei Zahnärzten

Deutlich niedriger fällt die Quote in der Zahnmedizin aus. Dort sind rund 91 Prozent der vorgesehenen Stellen besetzt oder gebunden, 242 Plätze sind noch verfügbar.

Unterschiede gibt es auch zwischen den einzelnen Fachrichtungen. In der Kieferorthopädie liegt der Besetzungsgrad bei 90 Prozent, bei Haut- und Geschlechtskrankheiten bei 91 Prozent und in der Frauenheilkunde bei 92 Prozent.

Bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind hingegen 96 Prozent der Stellen besetzt oder gebunden. Allerdings gibt es in diesem Bereich österreichweit lediglich 53,5 Planstellen.

Regional betrachtet fehlen anteilsmäßig die meisten Fachärzte in Tirol. Dort sind 6,5 Prozent der entsprechenden Stellen offen. Bei Allgemeinmedizinern weist das Burgenland mit vier Prozent den größten offenen Anteil auf.

Schumann sieht Versorgung sichergestellt

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sieht trotz bestehender Wartezeiten die medizinische Versorgung gewährleistet. In einer Anfragebeantwortung an die FPÖ verweist sie auf das dichte Netz im niedergelassenen Bereich.

Probleme gebe es allerdings bei der Nachbesetzung und regionalen Verteilung. Als Gründe nennt Schumann unter anderem den Generationenwechsel sowie veränderte Vorstellungen jüngerer Ärzte von ihrem Berufsleben. Dazu gehören eine ausgewogenere Work-Life-Balance, mehr Flexibilität bei der Freizeitgestaltung und mehr Zeit für die Familie.

Um die medizinische Betreuung vor allem am Land abzusichern, setzt die Ministerin unter anderem auf einen weiteren Ausbau der Primärversorgung.

Bis zu 100.000 Euro Startbonus

Bereits umgesetzt wurden 100 zusätzliche, vom Bund finanzierte Vertragsstellen in acht Fachgebieten. Für besonders schwer zu besetzende Stellen gab es in den Jahren 2023 und 2024 außerdem einen Startbonus von bis zu 100.000 Euro.

Zusätzlich steht für die Jahre 2026 bis 2030 der Gesundheitsreformfonds zur Verfügung. Dieser umfasst jährlich mehr als 300 Millionen Euro. Davon sind 182 Millionen Euro für Primärversorgungszentren und weitere geplante gemeinschaftliche Versorgungsformen vorgesehen.

ÖGK plant rund 380 zusätzliche Stellen

Die ÖGK kündigt unterdessen einen deutlichen Ausbau der ambulanten und niedergelassenen Versorgung an. Österreichweit soll das Angebot um rund 380 sogenannte Sachleistungsstellen – vergleichbar mit Vollzeitäquivalenten – wachsen. Das entspricht einem Plus von rund 3,7 Prozent gegenüber dem bisherigen Angebot.

Grundlage dafür sind die Regionalen Strukturpläne Gesundheit 2030. Bei der Planung werden unter anderem Bevölkerungsentwicklung, regionale Versorgungsdichte, Erreichbarkeit, medizinischer Fortschritt und die tatsächliche Nutzung von Gesundheitsleistungen berücksichtigt.

Neben klassischen Einzelordinationen und Gruppenpraxen sollen auch neue Versorgungsformen entstehen. Geplant sind insbesondere 126 neue Primärversorgungseinheiten sowie 37 fachärztliche Zentren.

Die Facharztzentren sollen sich auf bestimmte Patientengruppen, Erkrankungen und die Betreuung chronisch Kranker konzentrieren. Vorgesehen sind dabei unter anderem ein hoher Spezialisierungsgrad und erweiterte Öffnungszeiten.

"Damit werden moderne Versorgungsangebote geschaffen, die eine umfassende Betreuung ermöglichen", betont die ÖGK.

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