Tierische Studie

"Fremdeln" - Katzen sind unseren Babys extrem ähnlich

Eine Studie zeigt: Viele Hauskatzen verhalten sich ähnlich schüchtern wie Säuglinge – mit gleichzeitiger Angst und Neugier gegenüber Fremden.
05.11.2026, 10:27
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Schüchternheit kann sich bei Babys widersprüchlich zeigen: Sie wollen sich einer fremden Person nähern, ziehen sich aus Angst aber gleichzeitig zurück. Dieses innere Hin und Her wurde bei Kindern im Alter von sieben bis 13 Monaten beobachtet.

Ob es ein ähnliches Verhalten auch bei Katzen gibt, war bisher unklar. Eine im Fachmagazin "PLOS ONE" veröffentlichte Studie eines Teams um Madoka Hattori von der Universität Kyoto liefert nun Hinweise darauf. Wie ORF Wissen berichtet, zeigen manche Katzen ein verblüffend ähnliches Muster.

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Für die Untersuchung bewerteten Halter das Verhalten von 310 Hauskatzen in einem Onlinefragebogen. Dieser orientierte sich an einem Fragebogen zur Persönlichkeit menschlicher Säuglinge. Erfasst wurden unter anderem Schüchternheit und Ängstlichkeit sowie die Neigung, sich neuen Personen und Spielzeugen zu nähern.

Die Katzen wurden in vier Persönlichkeitstypen eingeteilt: sehr gesellig, gesellig, ängstlich und schüchtern. Bei sehr geselligen und geselligen Katzen war die Bereitschaft zur Annäherung hoch, während ihre Angstwerte moderat oder niedrig ausfielen. Bei den ängstlichen Katzen zeigte sich das umgekehrte Bild. Laut Studie hängen Schüchternheit und Angst grundsätzlich eng zusammen.

Besonders Streuner-Kater

Bei 42 Prozent der untersuchten Katzen waren jedoch sowohl die Angst- als auch die Annäherungswerte hoch. Das deutet auf jene Form von Schüchternheit hin, die auch bei manchen Babys beobachtet wird: Furcht und Neugier treten gleichzeitig auf. Besonders Kater, die als Streuner geboren wurden, zeigten dieses säuglingsähnliche Verhalten.

Die Studie wirft neues Licht auf die vielschichtige Persönlichkeit von Katzen. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Schüchternheit bei Katzen komplexer ist als die reine Angst vor Menschen, wobei Katzen vielfältige Muster im Sozialverhalten zeigen", heißt es in der Studie.

Das Forschungsteam möchte Halter dazu ermutigen, das Verhalten ihrer Katze genauer zu beobachten und besser zu verstehen. Katzen sollten nicht einfach als freundlich oder scheu abgestempelt werden. Um die Vielfalt ihrer Persönlichkeiten künftig besser zu erfassen, brauche es eine genauere Charakterisierung der Tiere.

red, 05.11.2026, 10:27