Virusgefahr im Winter

RSV-Welle kommt – wer sich jetzt impfen lassen sollte

RSV verursacht ähnlich viele schwere Erkrankungen wie Influenza, doch die Impfrate bleibt trotz Empfehlungen weiterhin niedrig.
28.10.2026, 11:38
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Ein bisschen Husten, eine laufende Nase und das Gefühl, eine Erkältung auszubrüten. Was zunächst harmlos klingt, kann vor allem für ältere Menschen ernste Folgen haben. Denn hinter den Beschwerden könnte das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) stecken. Der Erreger ist vielen vor allem als Gefahr für Babys bekannt. Doch neue Studien zeigen: Auch bei Erwachsenen kann RSV ähnlich schwere Verläufe verursachen wie die echte Grippe. Fachleute raten deshalb besonders älteren Menschen zur Impfung.

Gefährlicher als viele denken

Mit Beginn der kalten Jahreszeit nimmt auch RSV wieder Fahrt auf. Die Infektionswelle startet in Europa meist im November oder Dezember, erreicht im Jänner und Februar ihren Höhepunkt und klingt erst im Frühling ab. Lange stand vor allem das Risiko für Säuglinge im Mittelpunkt, doch eine britische Untersuchung zur Wintersaison 2023/24 zeigt, dass auch Menschen über 65 häufig wegen RSV im Krankenhaus behandelt werden müssen. Krankheitsverlauf und Sterblichkeit waren dabei mit Influenza vergleichbar.

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"Die Zahl der stationären RSV-Fälle erreichte bei uns jene der COVID-19-Fälle und damit hat RSV auch im Spital eine große Bedeutung", erklärt Infektiologe Robert Krause von der MedUni Graz.

In Österreich dürfte die Dunkelziffer hoch sein

Wie viele Menschen hierzulande tatsächlich erkranken, lässt sich nur schwer abschätzen. Nicht überall wird auf RSV getestet, zudem werden Krankenhausfälle teilweise unvollständig erfasst. Hinzu kommt: Gerade bei älteren Menschen fehlen oft typische Grippesymptome wie hohes Fieber oder starke Muskelschmerzen. Viele Erkrankte werden deshalb in Ordinationen behandelt, ohne dass RSV als Ursache erkannt wird.

Die Folgen können trotzdem erheblich sein – von wiederholten Arztbesuchen bis zu längeren Krankenständen.

Auch Enkelkinder können das Virus übertragen

Das Durchschnittsalter der wegen RSV hospitalisierten Patienten liegt laut den angeführten Daten bei etwa 67 Jahren. Eine mögliche Ansteckungsquelle ist dabei ausgerechnet die eigene Familie: "Viele Menschen in diesem Alter betreuen jedoch ihre Enkelkinder und stecken sich offenbar auch bei diesen an", betont Krause.

Besonders für Säuglinge kann RSV ebenfalls gefährlich werden: US-Daten zeigen, dass der Erreger im Winter für einen erheblichen Anteil der Krankenhausaufnahmen bei Babys verantwortlich sein kann.

Für diese Menschen wird die Impfung empfohlen

Seit rund zwei Jahren stehen Impfstoffe zum Schutz vor schweren RSV-Erkrankungen zur Verfügung. Der österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Besonders wichtig ist der Schutz für Menschen über 75, Bewohner von Pflegeheimen und Erwachsene ab 18 Jahren mit schweren Vorerkrankungen. Dazu zählen etwa chronische Lungen- und Herzerkrankungen sowie Immundefekte.

Auch Schwangere können sich bei einem Geburtstermin zwischen Oktober und März impfen lassen, um ihr Baby in den ersten Lebensmonaten zu schützen. Für Säuglinge steht außerdem eine kostenlose passive Immunisierung mit schützenden Antikörpern zur Verfügung.

Warum sich bisher nur wenige schützen

Obwohl Studien für die erste RSV-Saison nach einer Impfung eine deutliche Verringerung schwerer Verläufe und Krankenhausaufnahmen zeigen, wird das Angebot bislang wenig genutzt: "Vermutlich, weil die Impfung noch relativ neu und unbekannt ist", meint Krause.

Ein weiteres Hindernis: Erwachsene müssen die RSV-Impfung derzeit in Österreich selbst bezahlen. Fachleute wünschen sich deshalb mehr Aufklärung durch Hausärzte und einen leichteren Zugang, etwa über das öffentliche Impfprogramm. Wer über 60 ist oder zu einer Risikogruppe gehört, sollte den persönlichen Impfschutz rechtzeitig vor der RSV-Saison mit dem Hausarzt besprechen.

red, 28.10.2026, 11:38
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