Im historischen Affenhaus des Tiergartens Schönbrunn ist derzeit ordentlich was los! Gleich drei kleine Totenkopfaffen erblickten im September das Licht der Welt und sorgen seither für jede Menge Trubel. Noch klammern sich die niedlichen Jungtiere bevorzugt an das Fell ihrer Mütter und genießen den kostenlosen Huckepack-Service.
Doch immer öfter siegt die Neugier: Mutig strecken die kleinen Äffchen ihre Arme nach Ästen aus und wagen erste Ausflüge auf eigene Faust. Der dreifache Nachwuchs ist außerdem ein wichtiger Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm.
Bei den Totenkopfaffen ist Kinderbetreuung übrigens reine Frauensache.
„Bei den Totenkopfaffen sind die Männchen nicht an der Aufzucht der Jungtiere beteiligt. Dafür helfen andere Weibchen aus der Gruppe bei der Betreuung“Melanie Tötzl Tierpflegerin, Tiergarten Schönbrunn
Die fürsorglichen "Tanten" tragen die Babys zeitweise auf ihren Rücken und bringen sie zum Stillen wieder zu ihren Müttern. Rund sechs Monate lang werden die Kleinen gesäugt, dürfen aber schon ab dem zweiten Lebensmonat Gemüse, etwas Obst und tierisches Eiweiß in Form von Topfen, Eiern und Insekten probieren.
Wer glaubt, bei den kleinen Affen gehe es nur ums Klettern und Kuscheln, der irrt gewaltig! Totenkopfaffen sind nämlich richtige Quasselstrippen. In ihrer südamerikanischen Heimat leben sie in Gruppen von bis zu 200 Tieren und verständigen sich mit einer erstaunlichen Vielfalt an Lauten. "Forschungsergebnisse deuten sogar darauf hin, dass ihre Kommunikation teilweise einem Dialog ähnelt", erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
An sonnigen Herbsttagen können Besucher die kleinen Nachwuchs-Stars mit etwas Glück auch in der Außenanlage des historischen Affenhauses beobachten. Wer die quirlige Affenbande unterstützen möchte, kann außerdem eine Tierpatenschaft übernehmen. Diese gibt es bereits ab fünf Euro monatlich. Weitere Informationen unter www.zoovienna.at/patenschaften.
Mit kurzen Kontaktrufen, sogenannten "Chucks", führen die Tiere regelrechte Frage-Antwort-Wechsel. Besonders gute Freunde antworten einander dabei sogar schneller. Auch die drei Schönbrunner Babys mischen bereits lautstark mit und haben offenbar schon einiges zu erzählen.