Wer seinem Baby etwas Gutes tun will, greift oft zu speziell entwickelten Kinderprodukten. Doch ausgerechnet vermeintliche Helfer im Alltag können gefährlich werden. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) warnt vor zehn Produktgruppen, die erhebliche Sicherheitsrisiken bergen – von Erstickungsgefahr bis hin zu lebensbedrohlichen Unfällen.
Gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen und Sicherheitsexperten der ANEC wurden Produkte identifiziert, bei denen die Konstruktion zum Problem werden kann. Die Warnung ist deutlich: Nicht alles, was für Babys und Kleinkinder verkauft wird, ist auch sicher.
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Diese zehn Produkte stehen in der Kritik
1
Selbstfütterungskissen
Sie sollen Babys das Trinken erleichtern. Doch Milch kann weiterfließen, auch wenn das Kind nicht schluckt. Im schlimmsten Fall droht Ersticken. Modelle, die um den Hals gelegt werden, bergen zusätzlich Strangulationsgefahr.
2
Baby-Badesitze
Sie vermitteln Sicherheit, können aber umkippen oder dazu führen, dass der Kopf des Kindes unter Wasser gerät. Besonders tückisch: Eltern könnten sich durch die Sitzhilfe in falscher Sicherheit wiegen und ihr Baby kurz allein lassen.
3
Nackenschwimmringe
Die Ringe halten Babys im Wasser vermeintlich aufrecht. Tatsächlich können sie Ertrinken oder Ersticken begünstigen und den empfindlichen Nacken belasten oder verletzen.
4
Schlafpositionierer
Sie sollen Babys in einer bestimmten Lage halten. Verrutscht die Positionierungshilfe oder dreht sich das Kind, kann die Atmung behindert werden. Ausgenommen sind medizinisch notwendige Lagerungshilfen unter fachlicher Anleitung.
5
Sensorische Schaukeln
Die weich gepolsterten Schaukeln sind oft nur an einem Punkt befestigt. Beim Drehen oder Schaukeln können sich Kopf oder Hals im Stoff oder in einer Öffnung verfangen. Die Folgen können dramatisch sein – bis hin zu Bewusstlosigkeit oder Tod.
6
Beißketten
Ob Bernstein, Holz, Marmor oder Silikon – Ketten, die Kinder tragen, können zur Gefahr werden. Sie bergen Strangulationsrisiken. Reißt die Kette, können einzelne Perlen verschluckt werden und zum Ersticken führen.
7
Lauflernhilfen
Sie ermöglichen Babys, sich rasch fortzubewegen – im ungünstigsten Fall direkt auf Treppen oder andere Gefahrenstellen zu. Stürze können schwere Verletzungen verursachen. Außerdem können die Hilfen die natürliche motorische Entwicklung beeinträchtigen. In Kanada sind sie verboten.
8
Gewichtete Schlafsäcke
Sie sollen durch zusätzlichen Druck für besseren Schlaf sorgen. Das Gewicht kann jedoch die Atmung und Herzfunktion beeinträchtigen. Verrutscht der Stoff und bedeckt Mund oder Nase, droht Erstickungsgefahr.
9
Pucksäcke
Sie schränken die Armbewegungen von Babys ein. Dreht sich das Kind auf den Bauch, kann es dadurch möglicherweise nicht mehr selbstständig zurückdrehen. Rutscht es im Pucksack nach unten, kann ebenfalls Erstickungsgefahr entstehen.
10
Haarbänder mit Schleifen
Die elastischen Bänder sehen niedlich aus, können aber verrutschen und Mund oder Nase bedecken. Das kann die Atmung behindern. Lösen sich Schleifen, Perlen oder andere Verzierungen, besteht zudem Verschluckungsgefahr.
Im Zweifel lieber darauf verzichten
Die Warnung zeigt, dass ein ansprechendes Design oder die Bewerbung als Babyprodukt keine Garantie für Sicherheit ist. Eltern sollten sich deshalb fragen, ob ein Produkt tatsächlich notwendig ist und seinen vorgesehenen Zweck zuverlässig erfüllt.
Besonders bei Produkten, deren Bauweise selbst ein erhebliches Risiko mit sich bringt, empfiehlt sich der Verzicht. Denn wenn es um die Sicherheit der Kleinsten geht, kann vermeintliche Alltagshilfe schnell zur gefährlichen Falle werden.