Wer sein Kind im Sommer vor Sonnenbrand schützen will, verlässt sich auf die Angaben auf der Verpackung. Doch genau dabei gibt es jetzt einen Dämpfer: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest 22 Kinder-Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ geprüft. Das Ergebnis: Fünf Produkte erreichten den ausgelobten UV-Schutz nicht.
Die wichtigste Aufgabe einer Sonnencreme ist klar: Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen. Beide können die Haut schädigen und langfristig das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Bei fünf Produkten stellte das Labor jedoch Abweichungen fest. Betroffen sind:
Besonders auffällig: Das Bipa-Produkt "Bi Kids" fiel laut VKI sowohl beim UVB-Schutz als auch beim UVA-Schutz durch.
Die gute Nachricht: Die Mehrheit der getesteten Produkte überzeugte. Insgesamt 13 Sonnencremes erhielten die Bewertung "gut".
Beide erreichten 76 von 100 Punkten.
Der VKI betont dabei, dass der Preis kein verlässlicher Hinweis auf die Qualität ist. Im Test schnitten sowohl günstige Eigenmarken als auch deutlich teurere Markenprodukte gut ab, wie der Naïf Baby & Kind Mineralischer Sonnenschutz um 17,50 Euro oder die Ladival Empfindliche Kinderhaut Sonnenschutz-Milch für Kids um 22,50 Euro.
Während viele Produkte beim Sonnenschutz überzeugen, gibt es bei den Inhaltsstoffen weiterhin Kritik. In fast allen getesteten Sonnencremes fanden die Experten UV-Filter oder andere Stoffe, die als problematisch für die Umwelt gelten.
Nur drei Naturkosmetik-Produkte kamen ohne solche Stoffe aus. Zwei davon scheiterten allerdings ausgerechnet beim UV-Schutz.
Als drittes Naturkosmetik-Produkt punktete die "Lavera Naturkosmetik Sonnenlotion Sensitiv Kids" zwar bei Umweltverträglichkeit und Schutzwirkung, zeigte aber einen anderen Nachteil: Es ließ sich schlecht verteilen und hinterließ den typischen weißen Film auf der Haut. Dafür gab es schlussendlich "nur" ein durchschnittlich.
Für VKI-Expertin Birgit Schiller bleibt die wichtigste Botschaft trotz aller Kritik eindeutig: Kinder müssen konsequent eingecremt werden. "Gerade auf der noch dünnen Kinderhaut kann die Sonne Schäden verursachen, die sich über die gesamte Lebenszeit summieren", warnt Schiller.
Ihr Rat: "Mehr ist mehr." Außerdem müsse es nicht unbedingt eine spezielle Kinder-Sonnencreme sein. Entscheidend sei ein Lichtschutzfaktor von mindestens 50.