In Deutschland kracht es gewaltig zwischen den Koalitionspartnern. Die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz ist laut aktuellem RTL/ntv-Trendbarometer auf nur noch 15 Prozent gefallen – ein Rekordtief für seine Amtszeit.
Besonders pikant: FDP-Vizepräsident Wolfgang Kubicki bezeichnete den Kanzler öffentlich als "Eierarsch". Merz soll deswegen Hunderte Strafanzeigen wegen Beleidigungen gestellt haben.
Auch mit SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil soll sich Merz zuletzt heftige Wortgefechte geliefert haben, wie n-tv.de berichtet. Der Finanzminister verteidigt sich gegen Kritik: "Ich kann nichts dafür, dass 20 Jahre alles kaputtgespart wurde."
Trotz der Querelen gibt es auch Fortschritte: Das Kabinett hat eine Rentenerhöhung von 4,24 Prozent ab 1. Juli beschlossen. Für Standardrentner mit 45 Beitragsjahren bedeutet das rund 77,85 Euro mehr im Monat.
Gleichzeitig musste das Parlament 197 Milliarden Euro neue Schulden genehmigen. Die jährlichen Zinszahlungen werden dadurch bis 2030 auf gigantische 78,7 Milliarden Euro anwachsen.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will die Zahl der Krankenkassen von über 90 auf zehn bis maximal 20 reduzieren. Der gesundheitspolitische SPD-Sprecher Christos Pantazis unterstützt den Plan: "Dieser Vorschlag hat meine volle Unterstützung!"
Ob Merz und Klingbeil ihre Differenzen noch beilegen können, bleibt offen. Erste prominente Unions-Politiker kokettieren bereits mit der "Offenen Feldschlacht"-Strategie – ein Verweis auf den Koalitionsbruch der FDP unter Christian Lindner.