Kurz vor dem geplanten Start zieht Kroatien die Notbremse: Die umstrittenen neuen Preisvorschriften für Restaurants und Geschäfte kommen vorerst nicht. Damit bleibt Urlaubern zunächst eine zusätzliche Preisangabe erspart, die ab 1. Oktober verpflichtend werden sollte.
Hintergrund der Regel ist die starke Teuerung. Kroatien will Preisänderungen für Konsumenten leichter sichtbar machen. Dafür war eine Art Preisvergleich auf einen Blick geplant. Neben dem aktuellen Verkaufspreis soll deshalb ein zweiter Betrag angegeben werden.
Bei Verstößen gegen die ursprünglich vorgesehenen Regeln hätten Betriebe mit Sanktionen bis zu 30.000 Euro rechnen müssen. Die Maßnahme sollte nach Angaben der Regierung Transparenz für Touristen und einheimische Konsumenten schaffen.
Vor allem Gastronomen und Händler liefen gegen die Regelung Sturm. Sie befürchteten zusätzlichen Verwaltungsaufwand, technische Umstellungen und hohe Kosten. Wirtschaftsminister Ante Šušnjar begründete die Kehrtwende mit den zahlreichen Einwänden aus der Wirtschaft. Wenn eine Regelung zu weitreichend angelegt sei oder zu wenig Zeit für die Umsetzung bleibe, sei es verantwortungsvoll, sie zu korrigieren, erklärte der Minister.
Für Reisende ändert sich zunächst wenig. Wer in Kroatien essen geht oder einkauft, muss vorerst nicht mit dem geplanten verpflichtenden historischen Preisvergleich rechnen. Ganz vom Tisch ist die Reform allerdings nicht. Die Regierung will die Vorgaben überarbeiten und einen dauerhaften Rahmen für mehr Preistransparenz schaffen.
Die neue Regelung soll schlussendlich dann erst am 17. November 2026 in Kraft treten. Der Minister verspricht weniger Bürokratie – und Regeln, die für Konsumenten tatsächlich einen Nutzen bringen.