"Noch eine eklige, moderne Feministin", "Frauen haben Europa zerstört", "Mach bitte deine Bluse und den Mund auf (...)": Diese und weitere sexistische sowie gewaltverherrlichende Kommentare machte Politikerin Amelie Muthsam (SPÖ) auf ihrer Instagram-Seite (6.620 Follower) öffentlich.
Muthsam ist 23 Jahre alt, Gemeinderätin in Krems, Chefin der Sozialistischen Jugend Niederösterreich.
Seit März 2025 ist sie die jüngste Frau im Parlament. Mit dem Aufstieg zur roten Bundesrätin stieg auch ihre Bekanntheit, die Follower-Anzahl sowie leider auch der Hass gegen ihre Person auf Social-Media-Plattformen.
"Es ist schon so, dass ich nicht mehr auf Facebook poste, hier ist der Shitstorm noch größer", so Muthsam im "Heute"-Gespräch. Die Kommentar-Moderation sei zudem eine Ressourcenfrage. "Hass im Netz trifft leider Frauen quer durch alle Schichten. Auf junge Politikerinnen traut man sich noch leichter hinzuhauen." Dabei würden Vorurteile und die zunehmende Verrohung des Gesprächsklimas eine Rolle spielen.
Die 23-Jährige lässt sich dennoch nicht unterkriegen, kämpft gegen Hass im Netz und Sexismus an. "Ich glaube, es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Mich bestärken auch die vielen positiven Kommentare, die mich etwa als 'gutes Vorbild' sehen."
Mit ihrer Bundesratskollegin Verena Schweiger lädt Muthsam am 15. Oktober auch zum Event "Girls in Politics", der Andrang ist riesig. Dabei möchte die Niederösterreicherin auf die Problematik aufmerksam machen, aber auch junge Frauen motivieren und für Politik begeistern. Und die Politikerin betont: "Frauenhasser sind Loser."