Schüsse nahe Paris

Maschinenpistole und Sprengfalle – neue Terror-Details

Nach der Bluttat bei Paris fanden Ermittler eine Sprengfalle beim Verdächtigen. Frankreichs Präsident spricht von einem rassistischen Terroranschlag.
24.10.2026, 16:16
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Nach den tödlichen Schüssen westlich von Paris machen Ermittler eine brisante Entdeckung: In der Wohnung des mutmaßlichen Täters liegt eine Sprengfalle. Frankreichs Innenminister spricht inzwischen von einem terroristischen Verbrechen.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen stießen Ermittler am Freitagabend auf eine Sprengfalle. Nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft bestand die Vorrichtung aus drei Gasflaschen und elektrischen Drähten, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren.

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Maschinenpistole und Tränengasgranate

Auch im Auto des Mannes wurden Waffen gefunden. Die Ermittler stellten dort eine Maschinenpistole und eine Tränengasgranate sicher. Am Freitagnachmittag nahmen die Behörden zudem eine weitere Person aus dem engsten Familienkreis des Verdächtigen fest.

Auslöser der Ermittlungen war eine Schussattacke am Freitagvormittag gegen 10.30 Uhr im Département Yvelines westlich von Paris. Ein Mann hatte in den Gemeinden Trappes und La Verrière aus einem Fahrzeug heraus auf Menschen geschossen. Ein Mensch wurde getötet, fünf weitere erlitten zum Teil schwerste Verletzungen. Unter den Verletzten befindet sich auch ein zwölfjähriges Mädchen.

Laut Innenminister Laurent Nuñez verwendete der Angreifer eine automatische Waffe. Der mutmaßliche Täter wurde wenig später im nahe gelegenen Coignières festgenommen. Die örtlichen Behörden schlossen zunächst nicht aus, dass sich die Opferzahl noch verändern könnte.

Innenminister spricht von Terror

Inzwischen stuft Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez die Attacke als "terroristische Tat" ein. "Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen", erklärte Nuñez.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Sie untersucht unter anderem, ob die Tat "aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen" wurde.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 1987 geborenen Mann. In seinem Strafregister sind vier Verurteilungen verzeichnet. Eine erste Vernehmung war zunächst nicht möglich, da der Mann bei der Durchsuchung seiner Wohnung anwesend sein musste.

Bürgermeister vermutet islamfeindliches Motiv

Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, berichtete gegenüber BFMTV, der Angreifer habe offenbar wahllos aus seinem Wagen geschossen. Seiner Einschätzung nach wollte der Mann ein "Blutbad" anrichten.

Der Getötete sei "afrikanischer Herkunft", ein lebensgefährlich Verletzter "maghrebinischer Herkunft".

Rabeh hält einen islamfeindlichen Hintergrund für möglich. "Was wir heute miterlebt haben, ist objektiv gesehen ein Anschlag mit rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund", erklärte er. Auch der muslimische Dachverband Frankreichs (CFCM) reagierte und rief die muslimische Bevölkerung zu äußerster Wachsamkeit auf.

Macron: Frankreich "in Trauer"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf X tief erschüttert. Die Nation befinde sich "in Trauer".

Bei einem Besuch in Trappes verurteilte Macron die Tat als "rassistischen Terroranschlag" und sprach von einem "Wendepunkt" für Frankreich. Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete die Ereignisse als "sehr ernst". Polizei und Justiz seien mit sämtlichen verfügbaren Mitteln im Einsatz.

Die Attacke trifft Frankreich in einer ohnehin angespannten Sicherheitslage. Am Wochenende zuvor war es bei Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu schweren Ausschreitungen gekommen. Geschäfte wurden geplündert, öffentliche Gebäude angegriffen und Brände gelegt.

In mehreren Großstädten reagierten die Behörden darauf mit nächtlichen Ausgangssperren.

red, 24.10.2026, 16:16