Jose Mourinho hätte Real Madrid im vergangenen Sommer verlassen – zumindest, wenn er in der Situation von Vinicius Junior gewesen wäre. Der Trainer der Königlichen kann nicht nachvollziehen, wie der Brasilianer die ständigen rassistischen Anfeindungen in gegnerischen Stadien erträgt. Seine Lösung für die Situation: Ein Wechsel.
"Wenn ich an seiner Stelle wäre, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier. Ich hätte im vergangenen Sommer einen Wechsel in eine Liga, ein Land erzwungen, in dem die gegnerischen Vereine und Stadien ihn respektieren", erklärte Mourinho.
Seit seinem Wechsel zu Real Madrid im Jahr 2018 wurde Vinicius immer wieder zur Zielscheibe rassistischer Beleidigungen. Dennoch hält der 26-Jährige den Königlichen die Treue. Erst im Sommer verlängerte der Offensivstar seinen Vertrag bis 2032.
Für Mourinho ist das ein Zeichen außergewöhnlicher Stärke. "Er ist ein fantastischer Junge. Es spricht enorm für ihn, dass er all das durchsteht und trotzdem noch ein Lächeln im Gesicht hat", lobte der Startrainer seinen Schützling.
Laut Mourinho seien die Verbundenheit zum Verein und zur Stadt entscheidend für Vinicius' Verbleib gewesen. Zudem hoffe der Brasilianer weiterhin darauf, dass sich der Umgang mit ihm in den gegnerischen Stadien verbessert.
Sportlich durchlebt Vinicius derzeit allerdings eine schwierige Phase. Beim jüngsten Liga-Sieg gegen Villarreal verlor der Flügelspieler die Beherrschung und griff einem Gegenspieler in die Haare. Dafür sah er die Rote Karte und wurde anschließend für vier Partien gesperrt.
Besonders bitter: Damit verpasst der 26-Jährige auch den Clasico gegen den FC Barcelona am 25. Oktober.
Auch in der Champions League konnte Vinicius zuletzt nicht überzeugen. Beim turbulenten 4:3-Erfolg gegen die AS Rom blieb der Brasilianer weitgehend unauffällig. Mourinho reagierte und nahm seinen Offensivstar vorzeitig vom Platz.