Manche Kenner befürchteten es bereits – nun ist es traurige Gewissheit: Nach dreieinhalb Jahrzehnten hat die traditionsreiche Kostrhon-Filiale in der Innenstadt von St. Pölten nun endgültig geschlossen.
Verheißungsvoll durchzog der Duft frisch zubereiteter Hühnerschnitzel jahrelang die Brunnengasse. Spezial-Schnitzelsemmeln und Co. gehörten zum festen Bestandteil des Stadtlebens und zogen Fans der schnellen Küche an. Ende August war jetzt Schluss damit.
Seitens des Unternehmens bedankt man sich bei den zahlreichen Kundinnen und Kunden, den verlässlichen Lieferanten sowie den langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über Jahrzehnte hinweg maßgeblich zum Erfolg der Filiale beigetragen hätten:
"Ihre Treue, Unterstützung und Einsatzbereitschaft haben die Filiale über Jahrzehnte hinweg geprägt und wesentlich zu ihrem Erfolg beigetragen", heißt es gegenüber der NÖN in einer Stellungnahme des Unternehmens.
Als Gründe für die Schließung werden das Auslaufen des Pachtvertrages sowie eine strategische Neuausrichtung der Unternehmensgruppe genannt. Im Vorjahr wurde im Zuge dieser Neuausrichtung der bereits der Standort Böheimkirchen geschlossen.
Seit 1976 war dort Kosthron als Familienbetrieb ansässig, zerlegte und verpackt Geflügel. Damals hieß es, aufgrund technologischer Fortschritte gäbe es keinen Grund mehr auf händische Zerlegung zu setzen. Es gäbe dadurch einen Vorteil hinsichtlich der Qualität. Insgesamt verloren rund 20 Mitarbeiter ihre Jobs.
Mit der Schließung in St. Pölten verschwindet nun auch ein Stück etablierte Schnellimbiss-Kultur aus Niederösterreichs Landeshauptstadt. Erst Anfang August hatte die "Wienerwald" Restaurants-Gesellschaft m.b.H. erneut Insolvenz angemeldet. Am 5. August wurde vom Handelsgericht Wien der Konkurs eröffnet. So richtig abheben dürften Vogelbratbetriebe nicht mehr.