Nach der deutlichen Zustimmung der EBU-Generalversammlung zu den neuen ESC-Regeln positioniert sich ORF-Generaldirektor Roland Weißmann klar: Er unterstützt die Entscheidung, Israel beim Bewerb in Wien zuzulassen.
Für den ORF-Chef ist das ein wichtiges Signal für kulturellen Austausch und demokratische Werte.
Weißmann betont, dass beim Eurovision Song Contest nicht Staaten, sondern öffentlich-rechtliche Sender antreten. Genau deshalb habe er sich in den vergangenen Wochen "persönlich für eine Teilnahme des öffentlich-rechtlichen Senders KAN eingesetzt".
Entscheidend sei gewesen, "keine Brücken abzubrechen", sondern Dialog zu ermöglichen. Die EBU habe die Kritik anderer Mitglieder ernst genommen und mit neuen, angepassten Regeln reagiert, die eine deutliche Mehrheit angenommen habe.
Er sieht den ESC 2026 als Chance, "das Verbindende vor das Trennende zu stellen – United by Music". Der ORF werde, so Weißmann, im Mai 2026 ein "offener, herzlicher Gastgeber" für alle Delegationen sein und einen professionellen, freudvollen Event ausrichten.
Trotz dieser Haltung wächst die Boykott-Front: Spanien, die Niederlande und Slowenien haben bereits ihren Rückzug erklärt, weil sie Israels Teilnahme nicht mittragen wollen. Weißmann zeigt dafür wenig Verständnis und betont, dass er es "bedauern würde, wenn sich Sender gegen eine Teilnahme entscheiden".
Fest steht: Während einige Länder aussteigen, bleibt der ORF bei seinem Kurs – ein Eurovision Song Contest in Wien, offen für alle teilnehmenden Rundfunkanstalten, inklusive Israel.