Skandal um Noma-Restaurant

"Tyrann" – Chef des besten Restaurants der Welt geht

Der Star-Koch René Redzepi zieht sich aus seinem weltberühmten Restaurant "Noma" zurück. Zuvor hatten Ex-Mitarbeiter schwere Vorwürfe erhoben.
Newsdesk Heute
12.03.2026, 12:23
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Der dänische Spitzenkoch René Redzepi zieht Konsequenzen aus schweren Vorwürfen gegen sein weltberühmtes Restaurant "Noma". Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze des Lokals kündigte der 48-Jährige nun seinen Rückzug an.

In einem auf Instagram veröffentlichten Video erklärte Redzepi am Donnerstag sichtlich bewegt: "Nach mehr als zwei Jahrzehnten, in denen ich dieses Restaurant aufgebaut und geleitet habe, habe ich beschlossen, mich zurückzuziehen." Gleichzeitig richtete er auch Worte an sein Team und entschuldigte sich bei seinen Mitarbeitern.

Körperliche Gewalt und Demütigungen

Auslöser für die Entscheidung sind Berichte der "New York Times". Darin schilderten frühere Angestellte körperliche und psychische Misshandlungen während ihrer Zeit im Restaurant. Laut Zeitung wurden 35 ehemalige Mitarbeiter über den Zeitraum von 2009 bis 2017 befragt.

Die Vorwürfe reichen von körperlicher Gewalt bis zu öffentlichen Demütigungen im Arbeitsalltag.

Küchenchef räumt Fehler ein

Redzepi erklärte dazu: "Ich habe daran gearbeitet, ein besserer Chef zu sein, und 'Noma' hat über viele Jahre große Schritte unternommen, um die Kultur zu verändern." Zugleich räumte er ein: "Ich erkenne aber an, dass diese Veränderungen die Vergangenheit nicht wiedergutmachen."

Der international gefeierte Koch hatte bereits früher eingeräumt, im Umgang mit Mitarbeitern Probleme gehabt zu haben. Schon 2015 sagte er über sich selbst, dass "ich in einem großen Teil meiner Karriere ein Tyrann gewesen bin".

Vorwürfe wurden lauter

In den vergangenen Monaten wurden die Vorwürfe jedoch lauter. Ein ehemaliger Mitarbeiter schrieb im Februar auf Instagram: "'Noma' ist keine Geschichte der Innovation. Es ist die Geschichte eines Verrückten, der eine Kultur der Angst, des Missbrauchs und der Ausbeutung schuf."

Das Restaurant "Noma" wurde 2003 im Zentrum von Kopenhagen eröffnet. Der Name setzt sich aus den dänischen Wörtern "nordisk" (nordisch) und "mad" (Essen) zusammen.

2016 schloss das Lokal vorübergehend und eröffnete zwei Jahre später an einem neuen Standort in einem ruhigeren Viertel der dänischen Hauptstadt wieder. Das Restaurant wurde mehrfach als bestes der Welt ausgezeichnet und gilt als eines der einflussreichsten Lokale der internationalen Spitzengastronomie.

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