US-Präsident Donald Trump hat mit brisanten Aussagen über eine mögliche Militäroperation gegen Kuba für internationale Irritationen gesorgt. Bei einem privaten Abendessen in Florida kündigte er an, die USA könnten "fast sofort" die Kontrolle über die Karibikinsel übernehmen – allerdings erst nach Abschluss der "Arbeit im Iran".
Die Rede fand im exklusiven Forum Club im Raymon F. Kravis Center in West Palm Beach statt. Laut Teilnehmern schilderte Trump dabei ein Szenario, in dem ein US-Flugzeugträger direkt vor Kuba positioniert wird – woraufhin sich die Inselstaaten "einfach ergeben" würden.
Trumps Umfeld versuchte rasch zu relativieren: Die Aussagen seien nicht ernst gemeint gewesen. Dennoch kommen sie zu einem heiklen Zeitpunkt. Nur wenige Stunden zuvor hatte das Weiße Haus ein neues Sanktionspaket gegen Kuba auf den Weg gebracht.
Die Maßnahmen richten sich gezielt gegen zentrale Bereiche der kubanischen Wirtschaft – darunter Energie, Bergbau, Verteidigung und Finanzsektor. Auch ausländische Banken, die mit Havanna kooperieren, geraten verstärkt unter Druck.
In Kuba selbst sorgten die Entwicklungen für massive Gegenreaktionen. Am 1. Mai gingen laut Regierungsangaben mehr als 500.000 Menschen in Havanna auf die Straße – ausgerechnet vor der US-Botschaft. Präsident Miguel Díaz-Canel und Ex-Staatschef Raúl Castro nahmen ebenfalls teil.
Die kubanische Führung spricht von "kollektiver Bestrafung" und bezeichnet die US-Politik als "Völkermord". Gleichzeitig will die Regierung Millionen Unterschriften für Frieden und Souveränität gesammelt haben.
Die aktuelle Zuspitzung kommt nicht überraschend. Seit Monaten erhöht Washington den Druck auf Kuba – auch im Zusammenhang mit dem Machtverlust des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, einem wichtigen Verbündeten Havannas.
Bereits im Februar hatte Trump von einer möglichen "freundlichen Übernahme" Kubas gesprochen. Gleichzeitig verschärften die USA wirtschaftliche Drohungen, etwa gegen Länder, die Öl nach Kuba liefern.