Der Schock ist noch nicht verdaut: Innerhalb weniger Tage wurden Anfang Juni in Oberösterreich gleich zwei Buben (beide 6) von Zügen erfasst. Erst kam es in Eferding zum Drama, kurz darauf auch in Ottensheim (Bez. Urfahr-Umgebung). In beiden Fällen handelt es sich um unbeschrankte Bahnübergänge.
Die Politik reagierte sofort und kündigte Maßnahmen an: "Nach den beiden tragischen Vorfällen wird umgehend eine umfassende Überprüfung der vorhandenen Sicherungen durchgeführt", erklärte Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) gegenüber "Heute".
Wenige Zeit später hieß es aus dem Büro des Landesrates, dass es schon zwischen 20. und 25. Juni so weit sein soll. Eine Kommission werde sich die betroffenen Bahnübergänge in Eferding und Ottensheim genau anschauen.
Zumindest im Mühlviertler Ort ist jetzt fix: die Schranken kommen. "Gemeinsam werden ÖBB, Marktgemeinde Ottensheim und Land Oberösterreich, die Eisenbahnkreuzung mit einer Schrankenanlage sicherer gestalten", hieß es am Mittwoch von den ÖBB.
Am Dienstag wurde der Übergang von der Behörde geprüft. Von heute auf morgen wird die neue Anlage aber wohl nicht stehen: "Diese umfassenden baulichen Maßnahmen benötigen Zeit, daher setzen wir kurzfristig eine zusätzliche akustische Sicherung ein."
Aus dem Verkehrsressort des Landes hieß es, dass in Eferding allerdings vorerst nicht nachgerüstet wird. Die Anlage soll noch den geltenden Bestimmungen entsprechen. Der Sechsjährige wurde dort vor den Augen seiner Mutter und seines Bruders (8) erfasst und getötet.
Der kleine Bub war nicht nur Sohn, Bruder und Freund – er war auch Teil der Fußball-Familie des ASKÖ Sparkasse Eferding Fraham. Der Verein veröffentlichte kurz darauf einen emotionalen Abschieds-Post auf Facebook und startete eine Spendenaktion für die Familie.