Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) will sich künftig stärker für die Öffentlichkeit öffnen. Das neue Direktorium rund um Gouverneur und Ex-Wirtschaftsminister Martin Kocher hat dafür eine Strategie bis Ende 2028 vorgelegt.
Das Motto: "Bewährtes stärken. Zukunft gestalten." Die Nationalbank will ihre Rolle als stabile und unabhängige Institution weiter ausbauen – und gleichzeitig verständlicher, moderner und zugänglicher werden.
Im Zentrum stehen fünf große Projekte. Ein Schwerpunkt ist die wirtschaftspolitische Kompetenz der OeNB. Die Nationalbank verfügt über eine starke volkswirtschaftliche Abteilung und einen großen Datenschatz. Dieses Wissen soll künftig stärker in öffentliche Debatten einfließen.
Auch der digitale Euro spielt eine wichtige Rolle. Er soll das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen. Bezahlen mit Karte, Handy oder online soll damit ohne Gebühren, mit hoher Privatsphäre und mehr Datensicherheit möglich sein.
Gleichzeitig betont die OeNB, dass sie weiter für den Erhalt von Bargeld eintritt. In Regionen, in denen die Versorgung schlecht ist, will die Nationalbank Lücken mit eigenen Bankomaten schließen.
Besonders sichtbar wird die neue Öffnung beim Projekt "Welcome@OeNB". Öffentlich zugängliche Bereiche sollen neu gestaltet werden. Herzstück ist das Geldmuseum, das moderner und einladender werden soll. Der Baustart ist bereits für Sommer 2026 geplant.
Dazu kommen neue Angebote zur Finanzbildung, vor allem für junge Menschen. Außerdem sind Vorträge, Diskussionen und Veranstaltungen in ganz Österreich geplant.
„Komplexe Zusammenhänge verständlich erklären.“Martin KocherGouverneur Oesterreichische Nationalbank
Auch künstliche Intelligenz soll stärker eingesetzt werden. Die OeNB will damit interne Abläufe einfacher machen und Routineaufgaben besser unterstützen. Dabei sollen Datenschutz und Sicherheit weiter im Vordergrund stehen.
OeNB-Gourverneur Kocher sieht die Nationalbank in einer wichtigen Rolle: "Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher, technologischer und geopolitischer Veränderungen braucht es starke Institutionen, die komplexe Zusammenhänge verständlich erklären."
Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger betont ebenfalls die Öffnung des Hauses. Die Menschen sollen die OeNB stärker als Ort der Information, des Austauschs und der wirtschaftlichen Bildung erleben.