Wer dringend ein Medikament braucht, kennt das Problem: Rezept in der Hand, aber in der ersten Apotheke heißt es "nicht lieferbar". Dann beginnt die Suche – mit Anrufen, Wegen quer durch die Stadt und viel Stress. Besonders hart trifft das Familien, chronisch Kranke oder alle, die spätabends plötzlich etwas brauchen.
Genau hier setzt die App APOScout an. Die kostenlose Handy-App zeigt seit Anfang 2024 an, wo Medikamente tatsächlich verfügbar sind – in über 600 Apotheken österreichweit. Die Bestände der teilnehmenden Apotheken werden laut Anbieter alle 20 Minuten aktualisiert, die Suche funktioniert per Text, Spracheingabe oder Barcodescanner. Wer Dauermedikamente braucht, kann sie als Favoriten speichern und so mit einem Klick nachsehen, ob sie lagernd sind.
Seit Frühjahr 2025 gibt’s ein Extra-Feature, das es so in Österreich bisher nicht gab: Reservierung direkt über die App. Nutzer schicken eine Anfrage an eine teilnehmende Apotheke, nach Bestätigung wird das Medikament fix zurückgelegt – egal ob rezeptpflichtig oder frei verkäuflich. So spart man sich unnötige Wege.
Nach Angaben der Betreiber nutzen nahezu die Hälfte der Apotheken in Österreich APOScout. Besonders stark ist die Reichweite im Osten: In Wien und im Burgenland sind es bereits mehr als 50 Prozent, in St. Pölten sogar über 80 Prozent. Insgesamt gibt es in Österreich 1.445 öffentliche Apotheken – ihre Standorte, Öffnungszeiten und Notdienste sind in der App abrufbar, auch wenn nicht jede bereits an die Live-Medikamentensuche angebunden ist.
Warum das wichtig ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Lage: Gerade in der Grippesaison sind Medikamente immer wieder nur eingeschränkt verfügbar – von Antibiotika über Schmerz- und Fiebermittel bis zu Präparaten für chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Für Apotheken heißt das oft: stundenlange Suche nach Alternativen. Laut dem Pharmahandel Kwizda werden teils bis zu drei Stunden pro Tag dafür aufgewendet.
APOScout soll diesen Aufwand reduzieren – und Patientinnen und Patienten schneller an ein passendes Präparat bringen. Gerade bei Engpässen kann das den entscheidenden Unterschied machen.