Härtere Strafen, leichtere Führerscheinabnahmen und nicht zuletzt die Möglichkeit, Autos zu beschlagnahmen – Österreich hat in den letzten Jahren einige Verschärfungen im Kampf gegen Raser umgesetzt. In Salzburg gibt es noch andere Ideen, mit denen aktuell schwer zu strafende Delikte geahndet werden sollen.
Im Kampf gegen Verkehrslärm durch technisch manipulierte Fahrzeuge sind seit August 2025 sogenannte "Lärmblitzer" in der Landeshauptstadt im Einsatz. Dabei konnten bereits mehrere Fahrzeuge identifiziert werden, die in weiterer Folge auch angezeigt wurden.
Das von Joanneum Research in Graz entwickelte Messsystem erfasst, analysiert und dokumentiert Lärmemissionen im Straßenverkehr. Ziel ist es, unzulässige Schallereignisse automatisiert zu erkennen, dem verursachenden Fahrzeug eindeutig zuzuordnen und deren Kennzeichen zu festzuhalten.
Ab diesem Jahr kommt das System nicht nur in der Stadt, sondern auch in allen anderen Bezirken zum testweisen Einsatz. Dadurch sollen möglichst viele Erkenntnisse gewonnen werden, um so den Weg für die rechtlichen Grundlagen eines österreichweiten Regelbetriebs zu ebnen.
"Lärmterror hat in Salzburg keinen Platz. Deshalb weiten wir unser Pilotprojekt nun auf das gesamte Bundesland aus, um weitere Daten sammeln zu können. Zeitgleich arbeiten wir gemeinsam mit dem Bund intensiv an der Erarbeitung einer gesetzlichen Grundlage", sagt Verkehrslandesrat und LH-Stellvertreter Stefan Schnöll.
Mit den Lärmblitzern soll in Zukunft die Lärmbelastung für die Bevölkerung nachhaltig reduziert und spürbar diese somit entlastet werden. "Im Zuge der geplanten Ausweitung werden die Lärmblitzer nach Rücksprache mit der Polizei und den Bezirkshauptmannschaften an den neuralgischen Stellen in den Regionen eingesetzt, um möglichst effektiv zu sein", betont Schnöll.
Es ist übrigens nicht der einzige "Superblitzer", den Salzburg auf die Straßen bringen will. Erst vor einem Monat war eine Delegation im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz zu Besuch, wo sogenannte "Handyblitzer" (Monocam) im Regelbetrieb sind, Der Handyblitzer erkennt automatisiert, ob der Lenker gerade mit einem Smartphone hantiert.
Ist das der Fall, wird ein Foto gemacht, das dann von einem geschulten Polizisten nochmals überprüft wird. In Rheinland-Pfalz werden so im Schnitt 200 Verstöße pro Monat festgestellt. Ablenkung ist immerhin Unfallursache Nummer 1, viele Todesfälle könnten dadurch verhindert werden.
"Wir prüfen gerade, welche rechtlichen Maßnahmen für einen Einsatz der Handyblitzer auch in Österreich notwendig sind und werden mit konkreten Schritten an den Bund herantreten", so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll. Für Demonstrationszwecke wird es bald zu einem Einsatz in Salzburg kommen, zu dem auch die Verkehrsreferenten der anderen Länder und Verkehrsminister Peter Hanke eingeladen sind.