Warnung an Eltern

"Nicht das richtige Land" – Kanzler mit Kopftuch-Ansage

Kanzler Stocker wird beim Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren deutlich. Eltern, die sich dagegenstellen, müssten mit Konsequenzen rechnen.
Newsdesk Heute
19.09.2026, 13:54
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Zwei Wochen nach dem Start des Kopftuchverbots für Schülerinnen unter 14 Jahren meldet sich Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) mit deutlichen Worten zu Wort. Während sich laut Bildungsministerium die große Mehrheit an die neue Regel hält, richtet der Kanzler eine klare Botschaft an Eltern, die ihren Töchtern das Kopftuch aufzwingen.

Zwar würde sich laut Stocker die große Mehrheit an das Verbot halten, jedoch gebe es auch Fälle in denen Eltern sich "quer stellen". Der Kanzler betont in einem Video, dass Mädchen in Österreich frei aufwachsen sollen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Hier geht es nicht um Religion, sondern um den Schutz der Mädchen", so Stocker. "Und wenn Eltern ihren minderjährigen Töchtern das Kopftuch aufzwingen, ist Österreich nicht das richtige Land für sie. Unsere Regeln gelten für alle, die in diesem Österreich leben. Und wenn sie nicht eingehalten werden, dann muss man mit Konsequenzen rechnen."

Rund 80 Verstöße seit dem Start

Seit Beginn des Schuljahres dürfen Mädchen unter 14 Jahren auf dem Schulgelände laut Gesetz nicht "das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt" tragen. Nach rund zwei Wochen sind österreichweit etwa 80 Verstöße bekannt. Allein in Wien wurden 55 Fälle registriert.

Werden Schülerinnen mit Kopftuch angetroffen, ist zunächst ein vertrauliches Gespräch mit der Klassenlehrkraft vorgesehen. Legt das Mädchen das Kopftuch danach nicht ab, muss "unverzüglich" die Schulleitung eingeschaltet werden. Diese informiert anschließend die Eltern über die Regelung.

Führt auch das zu keiner Lösung, kommt die Bildungsdirektion ins Spiel. Laut Ministerium ist das bisher nur in "einigen Fällen" notwendig geworden. Erst wenn auch dieser Schritt ohne Erfolg bleibt, kann eine Anzeige folgen. Bei weiteren Verstößen sind Geldstrafen von bis zu 800 Euro möglich. Bisher kam es in Niederösterreich zu einer Anzeige.

Aufregung um Influencer-Video

Für Aufregung rund um das Verbot sorgte zuletzt auch Influencer und Reality-Star Erik "Satansbratan" Seidl mit einem Social-Media-Video. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) reagierte darauf mit einem eigenen Clip und eröffnete diesen mit den Worten: "Oida, ich hab das echt so satt!"

Bauer widerspricht darin den Aussagen des Influencers und verteidigt das Verbot. "Wir wollen, dass Mädchen sichtbar und selbstbestimmt in Österreich aufwachsen können", erklärte die Ministerin.

red,Akt. 19.09.2026, 13:57, 19.09.2026, 13:54