50 bis 60 Luftraumverletzungen pro Jahr – die Aussagen von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in der ORF-Pressestunde am Sonntag machten deutlich, wie angespannt die Sicherheitslage in Österreich ist. "Aufrüstung ist das Gebot der Stunde", lautete das Credo.
Die jüngsten Vorfälle am Flughafen München fügen sich nahtlos in eine Reihe ähnlicher Drohnensichtungen ein, die zuletzt an mehreren Flughäfen in Europa – darunter in Kopenhagen, Aalborg und Oslo – für Aufsehen und Chaos sorgten. In Österreich wurden zuletzt vermehrt Drohnen über Kasernen gesichtet, berichtet das Bundesheer.
Es sei nicht die Frage, "ob es zu einem Zwischenfall auch in Österreich kommt, sondern nur wann", sagte Airchief des Bundesheeres, Generalmajor Gerfried Promberger in einem Hintergrundgespräch. "Der September hat gezeigt, dass diese Vorfälle in ganz Europa real sind."
Der Vorstellung, man müsse Drohnen vor allem durch Abschüsse begegnen, trat der Generalmajor entgegen. Oftmals sei es besser, die Flugobjekte zu beobachten und abstürzen zu lassen. Zerstöre man ein solches Objekt, dann würden sich Trümmerteile weit verteilen und oft mehr Schaden anrichten, als der einzelne Einschlag auf begrenztem Gebiet. Wichtig sei daher, zu wissen, womit man es zu tun hat. "Manchmal ist es besser, es abstürzen zu lassen und man hat einen minimalen Schaden als wenn ich abschieße und es verteilt sich über eine große Ebene."
Klar ist: Das Bundesheer nimmt die potenzielle Gefahr ernst. Aus dem Grund hat man u.a. in die Aufklärungsfähigkeit massiv investiert. Die ersten von 315 "Rucksack"-Drohnensystemen sind bereits im Zulauf, 15 Systeme des Herstellers ELBIT (MAGNI-X) sind bereits geliefert. Künftig soll jede Einheit mit derartigen Aufklärungsdrohnen ausgestattet werden, die am Rücken transportiert werden können.
Um die Drohnenabwehr zu stärken, hat das Bundesheer 36 Stück des Fliegerabwehr-Turms "Skyranger 30" bestellt, der auf neuen "Pandur"-Radpanzern montiert wird und auf der Kurzstrecke bis 15 Kilometer Reichweite zum Einsatz kommen wird. Die ersten Systeme sollen 2027 eintreffen, abgeschlossen sein soll die Beschaffung dann im Jahr 2030.