Die große "Heute"-Studie zeigt drei Tage vor dem Nationalfeiertag am 26. Oktober, wie es um Österreich steht. Viele Umfragen schwirrten in den letzten Wochen durchs Land, Peter Hajek liefert nun mit seinem "Unique Research"-Institut valide Daten.
Die Umfrage ist akkurater, da sie neben einem Online-Panel auch auf die klassische Telefonumfrage setzt. Befragt man die Bevölkerung nur via Internet-Fragebogen, ist die ÖVP mit ihrer eher ländlich geprägten, überalterten Wählerschaft stets unterrepräsentiert, die Freiheitlichen werden sogleich auf einen überhitzten Wert hochgeschätzt.
Auch in der aktuellen "Heute"-Umfrage liegen sie aber klar in Front: Wie berichtet, schätzt Hajek die FPÖ schon auf 34 Prozent hoch. Christian Stocker hat die ÖVP bei 23 Prozent stabilisiert. Die SPÖ stürzt mit ihrem Vorsitzenden Andreas Babler ins Bodenlose, kommt nur noch auf 17 Prozent.
Mit diesem Wert unterbieten die Roten das historisch schlechteste Wahlergebnis vom September 2024 nochmals um vier Prozentpunkte. Besonders dramatisch ist der Blick auf die Rohdaten. Da hat die SPÖ lediglich noch 13 Prozent.
In den einzelnen Gewichtungsschritten schlagen die Blauen zwar bereits auf bis zu 38 Prozent aus (wie ihnen in Online-only-Umfragen auch ausgewiesen werden), doch laut Experte Peter Hajek hat die FPÖ bei den vergangenen Wahlgängen nie die Höchstwerte nachhause gebracht. Für die Mitbewerber folgt aber der Kickl-Schock: "Die FPÖ liegt – mit leichten Schwankungen – nach wie vor klar über ihrem Wahlergebnis von 2024." Mit 34 Prozent könnte kein Verfassungsgesetz mehr ohne die Blauen beschlossen werden!
Einen "nachhaltigen Abwärtstrend" konstatiert er bei der SPÖ, "während die Grünen langsam wieder Zuwächse verzeichnen". Hajek zu "Heute": "Auffällig ist, dass viele SPÖ-Wähler von 2024 mittlerweile ins Lager der Unentschlossenen gewechselt sind – was fast schon eine positive Nachricht für die Löwelstraße darstellt, denn diese Wähler sind nicht verloren."
Größtes Problem: Während Kanzler Christian Stocker die Volkspartei "zieht" (also als Person höhere Werte als seine Partei erzielt, wird Andreas Babler zum Bremsklotz für die Roten. Nur jeder zweite Wähler der Sozialdemokraten kann sich den eigenen Vorsitzenden als Bundeskanzler vorstellen.
Anders ist das bei der FPÖ, wo 83 Prozent der Wählerschaft hinter dem Obmann stehen: "Herbert Kickl ist unangefochten Kanzlerkandidat Nummer eins", erläutert "Unique Research"-Chef Peter Hajek. Dies sei "allerdings vor allem auf den arithmetischen Vorteil der größten Wählergruppe zurückzuführen". Nachsatz: "Im Gegensatz zu Sebastian Kurz spricht er andere Wählergruppen jedoch nur marginal an."
SPÖ-Chef Babler indes hat die Probleme auch in der eigenen Anhängerschaft. Nur 58 Prozent seiner Wähler von der Nationalratswahl 2024 würden ihn aktuell wieder wählen. Kein Wunder, liefert er doch am Regierungsparkett eine erschreckende Bilanz ab. Wie ausführlich berichtet, stecken die Medien, für die er zuständig ist, in einer schweren Krise. Notwendige Reformen schiebt der Minister allerdings auf die lange Bank.
Während viele Verlage ums nackte Überleben kämpfen, will Babler nun sein ramponiertes Image mit einem eigenen TV-Kanal aufpolieren. "SPÖeins" startet am Nationalfeiertag. Über die Kosten hüllen sich die Roten in Schweigen ...
Mehr Insights zu den politischen Themen der Woche erfährst du in unserem "Heute Backstage"-Podcast (siehe oben).