Gastpatienten-Streit eskaliert

NÖ-Spitäler toben: Wien "schummelt" sich Zahlen zurecht

Im Streit um Gastpatienten wirft Niederösterreich der Wiener Stadtregierung geschönte Zahlen vor – die Differenzen sind teils massiv.
Newsdesk Heute
26.02.2026, 11:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Streit zwischen Wien und Niederösterreich um sogenannte Gastpatienten wird immer heftiger. Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker behauptet, Niederösterreich verlasse sich "in einem extrem hohen Ausmaß" auf die Behandlung seiner Patienten in Wiener Spitälern. In St. Pölten spricht man hingegen von einer verzerrten Darstellung. Das berichtet die "Kronen Zeitung".

Hacker argumentiert, Intensivbehandlungen für Niederösterreicher würden nur zu 59 Prozent im eigenen Bundesland stattfinden. Der NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) widerspricht klar: "Diese Zahlen können nicht bestätigt werden". Dort nennt man einen Wert von 72 Prozent.

Auch bei schwer kranken Säuglingen gehen die Angaben weit auseinander. Laut Wien würden 54 Prozent der intensivmedizinisch betreuten Babys aus Niederösterreich in Wiener Spitälern liegen. Der NÖGUS spricht hingegen von lediglich 34 Prozent.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei Strahlentherapien. Während Hacker davon spricht, dass 35 Prozent der Niederösterreicher dafür nach Wien kommen, beziffert Niederösterreich den Anteil mit 18,8 Prozent.

"Wir fragen Patienten nicht nach Meldezettel"

Kritik gibt es auch an der Einrechnung des AKH. Wenn Wien diese Leistungen pauschal als eigene ausweise, sei das irreführend, heißt es aus St. Pölten. "Denn das AKH wird in erheblichem Ausmaß durch den Bund finanziert". Damit würden Finanzierungs- und Verantwortlichkeiten vermischt.

Zudem erinnert Niederösterreich daran, dass die Behandlung von Gastpatienten im Finanzausgleich geregelt ist. Die entsprechende Vereinbarung gilt noch bis Ende 2028 – unterzeichnet auch vom Wiener Bürgermeister persönlich.

Aus St. Pölten kommt daher eine klare Ansage: "Wir fragen in Spitälern die Patienten jedenfalls nicht nach dem Meldezettel. Daran sollte sich Wien ein Beispiel nehmen!"

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.02.2026, 11:46
Jetzt E-Paper lesen