Krach im Nonnen-Umfeld

Goldenstein-Nonnen: Streit um Instagram eskaliert

Der Streit um die Goldenstein-Nonnen eskaliert. Jetzt distanziert sich das Team geschlossen von der Pressesprecherin und steht hinter den Schwestern.
Christoph Weichsler
28.01.2026, 14:58
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Im Drama um die Goldenstein-Nonnen gibt es jetzt den nächsten Paukenschlag: Nicht Kirche, nicht Anwälte, nicht Rom – sondern die Unterstützer selbst sorgen für Aufsehen. Denn das Helferteam der drei Ordensfrauen geht plötzlich auf Distanz zur eigenen Pressesprecherin – und macht das auch öffentlich.

"Leider müssen sich aus gegebenen Anlass wir Helfer uns geschlossen von der eigenen  Pressesprecherin distanzieren", heißt es in einem Statement. Gleichzeitig stellen die Unterstützer klar: "Wir Helfer stehen geschlossen hinter unseren Schwestern." Der Ton ist deutlich – und zeigt, wie angespannt die Lage rund um das Kloster inzwischen ist.

Hintergrund: Instagram, Öffentlichkeit, Machtfrage

Seit Monaten sorgt der Fall rund um Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita für Schlagzeilen. Die drei betagten Ordensfrauen kehrten im September gegen den Willen ihres Oberen aus einem Seniorenheim zurück in ihr früheres Kloster Goldenstein. Seither wird nicht nur kirchenintern gestritten, sondern auch öffentlich.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Social-Media-Präsenz. Der Instagram-Account "nonnen_goldenstein" erreicht mittlerweile rund 287.000 Follower. Laut der Wiener Medienanwältin Maria Windhager wurde der Kanal anfangs mit Zustimmung der Nonnen betrieben, die Schwestern wollten sich nun aber wieder stärker aus der Öffentlichkeit zurückziehen – auch im Sinne einer Lösung mit Rom.

Helfer: "Spaltungsversuch" durch Anwalt

Mitten in diese Debatte platzt jetzt das Helfer-Statement – und das hat es in sich. Denn die Unterstützer schreiben nicht nur von Distanz zur Pressesprecherin, sondern auch davon, dass versucht worden sei, das Team auseinanderzutreiben.

"Leider wurde gezielt mit dem Anwalt der Pressesprecherin versucht, das Helferteam zu spalten", heißt es. Gleichzeitig betonen die Helfer, sie würden "noch immer geschlossen hinter den Schwestern" stehen. Damit wird aus dem Nonnen-Streit endgültig ein Konflikt, der auch das engste Umfeld erfasst hat.

Vorwurf: Einflussnahme mit "Falschaussagen"

In einem weiteren Punkt werden die Helfer noch deutlicher – und sprechen von gezielter Einflussnahme auf die Außendarstellung der Schwestern. Konkret geht es um Social Media, also genau jenes Feld, das in der Causa seit Monaten als Zündstoff gilt.

"Auch wurde gezielt versucht mit Anwälten und Falschaussagen gegenüber den Schwestern die Social Media Aktivitäten zu beeinflussen", heißt es im Statement. Der Vorwurf ist brisant, weil er suggeriert: Es geht längst nicht mehr nur um einen Instagram-Account, sondern um die Frage, wer im Hintergrund die Richtung vorgibt.

Rothe widerspricht Helfer-Zoff

Der katholische Priester und Kirchenrechtler Wolfgang F. Rothe, der die drei Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein seit dem Herbst berät, widerspricht dem Eindruck eines Konflikts im Helferteam. In einem Schreiben an Heute stellt er klar: "Es besteht kein Konflikt innerhalb des Helferteams der Schwestern", vielmehr sei der Betreiber des Instagram-Accounts "nonnen_goldenstein", Andreas Varga, "schlichtweg nicht mehr Teil dieses Helferteams".

Rothe schreibt, die Schwestern hätten auf Anregung des Vatikans vor Weihnachten beschlossen, ihre Social-Media-Aktivitäten zurückzufahren. Varga habe das nicht akzeptiert, stattdessen verfolge er "finanzielle Interessen" durch nicht abgestimmtes Produkt-Placement. Es bestehe kein Kontakt mehr zwischen ihm und den Schwestern, zudem seien zuletzt gepostete Videos laut Rothe entweder "heimlich und illegal angefertigt" oder altes Material. Die Koordination des Helferteams und der Pressekontakte habe weiterhin Christina Wirtenberger inne.

Spenden im Fokus: Helfer bieten Belege an

Parallel dazu steht auch das Thema Spenden im Raum. Zuletzt kursierten Vorwürfe bis hin zum Verdacht der Veruntreuung. Genau darauf reagieren die Unterstützer nun mit einem Angebot, das Vertrauen schaffen soll.

"Sollte jemand ein schlechtes Gefühl haben, oder jemandem etwas mit seiner Spende komisch erscheinen, kann man natürlich jederzeit einen Spendenbeleg nachfordern", schreiben die Helfer.

Wie es weitergeht: Polizei & Rom entscheiden

Die Sprecherin der Schwestern steht aktuell im Zentrum der Vorwürfe. Der kirchenrechtliche Berater der Nonnen, der Münchner Pfarrer und Theologe Wolfgang Rothe, versuchte zuletzt zu beruhigen und sprach gegenüber der APA von "Theaterdonner". Er betonte, die Sprecherin habe zu keinem Zeitpunkt Spendengelder verwaltet.

Trotzdem ist klar: Der Konflikt ist längst nicht vorbei. Ende Februar sollen die Schwestern im Zusammenhang mit den Vorwürfen einvernommen werden. Und über allem steht die große Frage: Wie entscheidet Rom über die Zukunft der Nonnen im Kloster Goldenstein? Eine Antwort sei für Anfang 2026 angekündigt worden.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 29.01.2026, 10:33, 28.01.2026, 14:58
Jetzt E-Paper lesen