Während Blumenhändler, Juweliere und Chocolatiers am Valentinstag auch heuer wieder auf das große Geschäft hoffen, erlebt eine andere Branche ihre wohl schwerste Krise seit Jahren: der österreichische Erotikmarkt. Was einst als kleines Alltagsluxusgut galt, fällt nun reihenweise dem Sparstift zum Opfer. Sexspielzeug, Dessous und selbst Kondome werden aus den Haushaltsbudgets gestrichen.
Das zeigt eine Datenerhebung der Preisvergleichs-Plattform idealo. Demnach brach im Jahr 2025 die Nachfrage nach Erotikartikeln im Vergleich zu 2024 mit 47 Prozent um nahezu die Hälfte ein.
Besonders hart trifft es jene Segmente, die zuletzt noch als Wachstumsfelder galten. Männerspielzeug, 2024 noch ein Boommarkt, verlor binnen eines Jahres 84 Prozent seiner Nachfrage. Der einstige Hype ist abrupt verpufft. Doch auch klassische Bestseller bleiben von der Entwicklung nicht verschont. Vibratoren verzeichneten einen Rückgang von 41 Prozent, der gesamte Bereich der Erotikprodukte verlor 42 Prozent an Nachfrage. Die Krise hat damit längst das Schlafzimmer erreicht und ist kein Randphänomen mehr.
Eine gewisse Stabilität zeigen lediglich die Basics. Kondome verloren vergleichsweise moderate sechs Prozent, Dildos neun Prozent. In unsicheren Zeiten setzen Konsumentinnen und Konsumenten offenbar auf Bewährtes und Funktionales, statt Geld für teure Neuheiten oder technische Spielereien auszugeben.
Für Händler bedeutet diese Entwicklung massiven Druck – und für preisbewusste Käuferinnen und Käufer eine seltene Gelegenheit. Um Lager zu räumen und Kaufanreize zu schaffen, greifen viele Anbieter zu drastischen Rabatten. Die idealo-Analyse zeigt, dass sich vor allem im Zeitraum zwischen November 2025 und Februar 2026 enorme Preisschwankungen ergeben haben.
So kosteten etwa Durex-Kondome der Linie "Überrasch’ mich!" rund um Weihnachten 2025 noch etwa 15,49 Euro, fielen im Februar 2026 jedoch auf rund 5,62 Euro – ein Preisrückgang von 64 Prozent binnen weniger Wochen. Auch bei elektronischen Produkten zeigt sich die Volatilität deutlich. Der Lovense Lush Mini war im November 2025 für etwa 92 Euro erhältlich, verteuerte sich zu Weihnachten auf rund 120 Euro und lag im Februar 2026 wieder bei etwa 97 Euro.
Der Valentinstag fällt damit in eine Phase, in der Romantik und Rationalität stärker denn je kollidieren. Während die Branche unter wegbrechender Nachfrage leidet, profitieren jene, die genau hinschauen, vergleichen und Geduld mitbringen. Der Erotikmarkt mag in der Krise stecken – für Schnäppchenjäger der beste Zeitpunkt, um zuzuschlagen.