Berater und Transparenz

ORF-Spitzenjobs: Pig stellt Verfahren komplett um

Der neue ORF-Chef Clemens Pig stellt das Verfahren für die künftige Führung neu auf. Externe Personalberater sollen für mehr Transparenz sorgen.
Newsdesk Heute
29.06.2026, 22:35
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Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig stellt die Besetzung der künftigen Führungspositionen neu auf. Für das Auswahlverfahren holt er externe Personalberater aus Deutschland und der Schweiz an Bord.

Pig erklärte, seine wichtigste Aufgabe sei es, ein Auswahlverfahren sicherzustellen, das sowohl dem Europäischen Medienfreiheitsgesetz (EMFA) als auch dem ORF-Gesetz entspricht. Ziel sei ein "objektives, transparentes und nicht diskriminierendes Verfahren".

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Bestellung verschoben

Die ursprünglich für den 21. Juli geplante Bestellung der vier ORF-Direktoren sowie der neun Landesdirektoren wird daher verschoben. Als Grund nennt der ORF einen professionellen Auswahlprozess, der allen gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 14. Juli. Erst danach sollen die eingegangenen Unterlagen geprüft werden. Laut Pig gibt es bereits jetzt "eine große Anzahl an Interessenbekundungen".

Zwei externe Personalberater

Mit Unterstützung zweier externer Personalberater soll ein "maximal äquidistanter Blick auf die Bewerbungen" gewährleistet werden. Sein endgültiges Führungsteam will Pig dem ORF-Stiftungsrat erst Mitte August zur Bestellung vorschlagen.

Ausgeschrieben sind die Direktionen für "Programm und Brands", "Audience und Plattformen", "Finanzen und Verwaltung" sowie "Technologie und Innovation". Zudem werden neun Landesdirektoren für die Funktionsperiode 2027 bis 2031 gesucht. Die Verantwortung für den Informationsbereich will Pig selbst behalten. Außerdem kündigte er an, auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu achten.

Skepsis von Grünen

Die Neos begrüßten die geplante Neuaufstellung des Auswahlverfahrens. Mediensprecherin Henrike Brandstötter sprach von einem wichtigen Schritt für mehr Unabhängigkeit und Transparenz.

Auch die Grünen sehen den neuen Zugang grundsätzlich positiv. Mediensprecherin Sigrid Maurer betonte jedoch: "Entscheidend wird sein, ob die Bestellung tatsächlich nach Qualifikation erfolgt und nicht nach parteipolitischen Interessen." Die Einhaltung europäischer und nationaler Rechtsvorschriften sei "die absolute Mindestvoraussetzung für einen glaubwürdigen und unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk".

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