Gute Nachrichten für die Polizei am Land: Trotz des steigenden Spardrucks sollen in Niederösterreich keine Polizeiinspektionen geschlossen oder zusammengelegt werden. Das stellte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei einem Besuch in Weissenbach an der Triesting (Bezirk Baden) klar.
Wie "ORF NÖ" berichtet, will Karner ausdrücklich an den bestehenden Polizei-Posten festhalten. Gerade im ländlichen Raum sei eine flächendeckende Polizeipräsenz besonders wichtig.
Anlass für die Aussagen war die Wiedereröffnung der Polizeiinspektion in Weissenbach an der Triesting. Nach rund sechs Monaten Bauzeit ist der Posten wieder im Normalbetrieb. Neun Polizisten sind in der Gemeinde mit 1.673 Einwohnern im Einsatz.
In ganz Niederösterreich gibt es rund 200 Polizeiinspektionen. Mehr als 50 davon wurden in den vergangenen zehn Jahren bereits saniert. Sieben weitere Sanierungsprojekte sind geplant. Dafür sollen laut Karner insgesamt fünf Millionen Euro bereitgestellt werden. Während andernorts über Einsparungen, Zusammenlegungen und Schließungen diskutiert wird, soll das Polizeinetz unangetastet bleiben, heißt es.
Der Innenminister begründet das mit der Sicherheit der Bevölkerung. Gegenüber "ORF NÖ" betont Karner: "Es ist auch wichtig, dass wir im ländlichen Bereich gut vertreten sind." Mit der bestehenden Struktur sei diese Präsenz sichergestellt. Auch kleinere Polizeiinspektionen sollen daher erhalten bleiben.
Allerdings gibt es beim Personal noch Herausforderungen. In Niederösterreich stehen derzeit rund 5.400 Planstellen zur Verfügung, etwa 200 davon sind nicht besetzt. Laut den Angaben gegenüber "ORF NÖ" befinden sich allerdings ebenso viele angehende Polizisten in Ausbildung.
Nachschub ist bereits geplant: Im Dezember sollen in Niederösterreich weitere 85 Polizeischüler ihre Ausbildung beginnen. Österreichweit wurden heuer 1.500 angehende Polizisten aufgenommen. Im kommenden Jahr soll diese Zahl noch einmal deutlich steigen. "Im nächsten Jahr werden es 2.000 sein", kündigte Karner gegenüber "ORF NÖ" an.