Wer eine Reise tut, kann was erzählen – ein bekanntes Sprichwort, das wohl auch auf den Ex-Landeshauptmann von Kärnten Gerhard Dörfler (FPÖ/BZÖ/FPK) zutrifft. Mit seinen Enkelkindern unternahm der 70-Jährige von Ende März bis Anfang April eine Bildungsreise durch Südosteuropa.
Dabei legte er in seinem Diesel-Pkw eine weite Strecke zurück. Von Himmelberg ging es bis nach Albanien und wieder zurück. Dabei durchquerte Dörfler Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und auch Montenegro, bis er an seinem Zielort ankam. Dabei muss man logischerweise auch öfter volltanken – im Falle des Ex-Landeshauptmanns ganze viermal.
Diesbezüglich zog er nun gegenüber der "Kleinen Zeitung" ein Fazit seiner Reise und lässt kein gutes Haar an den österreichischen Dieselpreisen. Je nach Land habe er 1,68 bis 1,807 Euro pro Liter Diesel gezahlt. Für 43,5 Liter Diesel zahlte Dörfler in Budva (Montenegro) 73 Euro, was 1,68 pro Liter ausmacht – seine billigste Tankfüllung auf der Reise.
Im kroatischen Split waren es 1,73 Euro pro Liter, knapp über 1,80 zahlte der 70-Jährige in Slowenien – in beiden Ländern sind die Preise an den Zapfsäulen reguliert. Durchschnittlich habe der Ex-Landeshauptmann also 1,735 Euro pro Liter Diesel bezahlt.
Wieder in der Heimat angekommen, tankte der 70-Jährige in Himmelberg 14 Liter in seinen Pkw. Der stolze Preis: 2,219 Euro pro Liter Treibstoff – und das nach Inkrafttreten der heimischen Spritpreisbremse.
Für Dörfler ein "Schock". Gegenüber der "Kleinen" rechnete er vor, dass die Preise in Österreich damit um 27,75 Prozent höher waren als der Durchschnitt auf seiner Balkan-Reise. Der Ex-Landeshauptmann frage sich, wie der Tourismus in Österreich funktionieren soll, wenn die Urlaubsländer an der Adria den Sprit so viel günstiger anbieten.

Auch um den Wirtschaftsstandort Österreich zeigte sich der Ex-Landeshauptmann besorgt. Ihm zufolge würde die Land- und Transportwirtschaft massiv unter den Preisen leiden. Für den 70-Jährigen sei es unverständlich, dass Österreich nicht so wie Slowenien und Kroatien gegen diese "Preiswucher-Exzesse" vorgehen würde.
Auch den Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) kritisierte Dörfler scharf. Dieser würde schon fast "einen Lachkrampf" bekommen, wenn die Preise steigen. Laut dem Ex-Landeshauptmann würde Marterbauer beim Tanken mitverdienen und auch noch eine höhere Dividende der OMV kassieren.
Wie die "Kleine" berichtet, müsse man bei dem Preisvergleich jedoch auch die Kaufkraft Österreichs mit den anderen Ländern gegenüberstellen. Das durchschnittliche BIP pro Kopf beträgt hierzulande über 57.000 US-Dollar. In Montenegro seien es hingegen etwa 13.100 US-Dollar (2024). Kroatien schneide hier mit 24.000 US-Dollar und Slowenien mit 34.000 US-Dollar pro Kopf ab.