In Krisenzeiten scheint es auch für Erwachsene wichtig zu sein, etwas zum "Kuscheln" zu haben. Und sei es nur ein Becher in Form eines kleinen Plastikbären, aus dem man seinen Iced Latte mit Strohhalm schlürfen kann.
Der "Bearista Cup", wie ihn Starbucks nennt, sieht aus, als wäre er direkt aus einem Kinderzimmer entlaufen: ein Glasbecher mit rundem Bärengesicht und einer grünen Logo-Mütze als Schraubdeckel. Ein freundlicher kleiner Kaffeebär, der einem förmlich zulächelt. Genau das scheint den Nerv der Zeit zu treffen. Alleine das Video von Starbucks mit der Präsentation des bärigen Bechers hat mittlerweile über 350.000 Views.
Und das "innere Kind" scheint er bei manchen in allen Facetten zu wecken. Wie virale Videos auf Social Media beweisen, spielten sich in mehreren Starbucks-Filialen Szenen ab, die an ein Gerangel um Spielzeug im Kindergarten erinnern: Menschen drängten sich in Schlangen, manche stritten sich, andere weinten, weil sie leer ausgingen und dabei gingen sogar "Bären" zu Bruch.
Der süße Becher, eigentlich Teil der "Winter Collection", war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Auf Onlineplattformen wie eBay und Mercari tauchten sofort Angebote auf – mit Preisen bis zu 500 US-Dollar (ca. 470 Euro). Während er bei Starbucks 25 Dollar kostet, witterten Wiederverkäufer das schnelle Geschäft.
Unter dem Hashtag #BearistaCup kursieren inzwischen zehntausende Videos – vom euphorischen Unboxing bis zu Tränen der Verzweiflung. Einige zeigen sogar selbstgebastelte Versionen des Cups, weil sie in den Läden leer ausgingen.
Sehr schnell kamen Dupes ("Nachbauten", Anm.) auf verschiedenen Verkaufsplattformen ins Spiel. Darunter ein sehr ähnlich aussehender Bär ohne das Starbucks-Logo, welches das Original auf der Mütze trägt.
Für heimische Starbucks-Fans sieht es derzeit schlecht aus: Der "Bearista Cup" scheint nicht nach Österreich zu kommen. Weder auf der österreichischen noch auf der europäischen Starbucks-Website findet sich ein Hinweis auf den Bärenbecher.
Wer also in Wien, Graz oder Linz einen Eiskaffee aus dem kultigen Bärenkopf schlürfen will, muss wohl auf teure Resale-Angebote im Internet ausweichen.
Nach der Aufregung sah sich Starbucks gezwungen, zu reagieren. In einem Statement entschuldigte sich das Unternehmen für die "Enttäuschung" und erklärte, dass die Nachfrage "weitaus höher als erwartet" gewesen sei.
Man wolle künftig sicherstellen, dass mehr Fans die Chance auf den "Bearista Cup" hätten.