Tipps zum länger Durchhalten

Soziale Batterie – so lange hältst du Gesellschaft aus

Laut Umfrage fühlen sich viele nach 2 bis 3 Stunden in Gesellschaft erschöpft. Eine Expertin erklärt, woran das liegt – und wie du länger durchhältst.
28.10.2025, 13:06
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Bei den Eltern des Partners zu Abend essen oder ein Geschäftsevent, bei dem man einen möglichst guten Eindruck machen will, sind oft mental anstrengend. Aber auch wenn du mit deinen liebsten Freunden oder der Familie zusammen bist, kommen viele irgendwann an den Punkt, an dem sie gerne wieder alleine und Zuhause wären. In diesem Zusammenhang spricht man oft von der "sozialen Batterie", die einfach irgendwann leer ist – du hast genug Konversation gemacht, genug Menschen um dich gehabt und brauchst Zeit für dich, um die Batterie wieder aufzuladen.

Wie lange man sich solchen Situationen aussetzen mag, scheint sehr individuell. Laut einer Umfrage des Datingportals Hinge gibt es aber einen Zeitraum, der für die meisten Menschen genug ist: Über 10.000 Menschen wurden befragt, 38 Prozent gaben an, dass sie nach zwei bis drei Stunden merken, dass sie weniger Energie haben und schneller überstimuliert sind.

Kein Grund, sich schlecht zu fühlen

Hattest du schon mal ein schlechtes Gewissen, weil du lieber ein bisschen für dich gewesen wärst, als länger Zeit mit Freunden zu verbringen? Dann kann dich eine Paartherapeutin beruhigen: "Zwei bis drei Stunden sind genug, um Dinge mit geliebten Menschen zu unternehmen – ins Kino gehen, Shoppen oder Essen", sagt die amerikanische Therapeutin und Podcasterin Nari Jeter gegenüber dem Magazin "Self". "Dieser Zeitraum scheint überschaubar, um soziale Bedürfnisse zu befriedigen, ohne sich zu übernehmen."

Selbst sehr extrovertierte Personen erreichen irgendwann ein Limit. Dein Wunsch nach Zeit für dich selbst reflektiert auch nicht, wie sehr du deine Familie oder Freunde liebst. "Es ist viel mehr ein Hinweis auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen", so Jeter. Und natürlich kommt es darauf an, mit wem und wie du Zeit verbringst: Bei manchen Freunden verfliegen Stunden wie im Nu, bei anderen bist du nach 45 Minuten schon erschöpft – und das ist okay. Auch das Alter und Verpflichtungen, wie beispielsweise Kinder, spielen eine Rolle: So fällt es jüngeren Menschen oft leichter, sehr lange Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

So merkst du, dass deine soziale Batterie leer ist

Zu den Anzeichen, dass du langsam, aber sicher genug sozialisiert hast, gehört zum Beispiel Ungeduld – und du wirst ein bisschen gehässig. Zudem fühlst du dich plötzlich überstimuliert, zum Beispiel von Geräuschen oder Gerüchen. Du merkst, dass du dich mental aus Gesprächen ausklinkst, vermehrt auf dein Handy schaust oder dich physisch von der Gruppe entfernst, zum Beispiel, indem du dich hinsetzt, wenn alle anderen stehen.

Das kannst du dagegen tun

In solchen Fällen willst du vielleicht einfach gerne nach Hause, aber das ist nicht immer möglich. Es gibt aber einige Tricks, mit denen du deiner sozialen Batterie einen Schub verleihen kannst: So hilft es manchmal, einfach nur kurz etwas anderes zu machen. Gehe aufs WC, hole dir etwas Neues zu trinken oder suche dir einen neuen Gesprächspartner.

"Eine weitere Taktik ist das, was ich passiv teilnehmen nenne", sagt Jeter. Anstatt das Gespräch ständig aktiv zu führen, konzentrierst du dich aufs aktive Zuhören – also Rückfragen stellen, Blickkontakt halten, lachen. "Diese Kommunikationsstrategie zeigt, dass du präsent bist, ohne dass du so viel Energie aufbringen musst wie bei einer aktiven Teilnahme", erklärt die Therapeutin. Und freue dich, du kannst später deine Batterie so aufladen, wie es für dich stimmt – mit einem Bad, einer Serie, einem Buch oder einem Spaziergang.

{title && {title} } red,20 Minuten, {title && {title} } Akt. 28.10.2025, 18:37, 28.10.2025, 13:06
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