Nach dem Brandanschlag auf das historische Rathaus der französischen Stadt Limoges hat die Polizei einen Hauptverdächtigen festgenommen. Die Spezialeinheit RAID schlug am Dienstag um 6.15 Uhr in seinem Wohnhaus in Val-d'Issoire zu, rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt.
Bei dem Mann handelt es sich laut der französischen Zeitung "Le Parisien" um den 34-jährigen Hodi C., der 1992 in Paris geboren wurde. Andere französische Medien sprechen hingegen von einem 40-Jährigen.
Der Verdächtige ist laut "Le Parisien" in einer sogenannten "Fiche S" als "ultralinker Aktivist" erfasst. Dabei handelt es sich um eine französische Sicherheitsliste für Personen, die von den Behörden als sicherheitsrelevant eingestuft werden. Der Mann soll der Polizei auch wegen Gewalt gegen Amtsträger bereits bekannt sein.
Laut der französischen Tageszeitung soll der Verdächtige am Samstag am Rande eines Protestes mit rund 5.000 Teilnehmern gemeinsam mit weiteren Personen Fensterscheiben des Rathauses eingeschlagen haben, um in das Gebäude einzudringen und Feuer zu legen.
Die Flammen breiteten sich rasch aus, zerstörten das gesamte Dach und brachten den Turm zum Einsturz. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1883 wurde weitgehend verwüstet. Inzwischen ist auch die französische Anti-Terror-Sondereinheit SDAT mit den Ermittlungen befasst.
Der Brand ereignete sich am Rande landesweiter Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten. In mehreren Städten kam es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen. Laut Justizminister Gérald Darmanin sitzen 123 Festgenommene in Untersuchungshaft, rund 2.500 Menschen befanden sich zur Befragung in Polizeigewahrsam.
Premierminister Sébastien Lecornu wird am Freitag in Limoges erwartet, um sich ein Bild von den Folgen der Ausschreitungen zu machen.