Ein mutmaßlicher Fall heimlicher Videoaufnahmen beschäftigt derzeit das Rote Kreuz in Salzburg und die Polizei. In der Zentrale in der Sterneckstraße soll ein Mitarbeiter ein Mobiltelefon mit eingeschalteter Kamera auf einer Männer-Toilette versteckt und damit intime Aufnahmen angefertigt haben.
Nach Angaben der Rettungsorganisation wurde das Handy in der vergangenen Woche entdeckt. Das Gerät soll die Kamera dauerhaft aktiviert gehabt haben und so zahlreiche Aufnahmen von Arbeitskollegen ermöglicht haben, berichtet die "Krone".
Das Rote Kreuz spricht von einer massiven Verletzung der Privatsphäre. Nach Bekanntwerden des Vorfalls seien umgehend interne Sicherheitsmaßnahmen gesetzt worden. Die Räumlichkeiten wurden durchsucht, weitere Handys oder Kameras wurden dabei nicht gefunden.
Der betroffene Mitarbeiter ist inzwischen nicht mehr für das Rote Kreuz tätig. Auch die Belegschaft wurde über den Vorfall informiert.
Die Geschäftsführung erstattete Anzeige, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Das Rote Kreuz betont, mit den Behörden umfassend zusammenzuarbeiten. Dem Verdächtigen drohen strafrechtliche Konsequenzen. Für unbefugte Bildaufnahmen sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten oder Geldstrafen vor.
Warum der Mann die Kamera auf der Toilette versteckt haben soll, ist derzeit unklar. Dazu konnten weder die Ermittler noch das Rote Kreuz nähere Angaben machen.