Tierische Studie

Rote Flughunde auf Madagaskar schrumpfen deutlich

Die Roten Flughunde Madagaskars werden immer kleiner – Forscher sehen Jagd und Umweltveränderungen als mögliche Ursachen für das Schrumpfen.
04.11.2026, 12:24
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Rote Flughunde auf Madagaskar werden offenbar immer kleiner. Die Tiere haben eine hundeähnliche Schnauze und rötliches Fell. Weil sie gejagt werden, gelten sie bereits als gefährdet. Den Studienautoren Emily Cornelius Ruhs und Steven Goodman fiel bei ihrer Forschung noch eine weitere Veränderung auf.

Der Auslöser für die nun im Fachmagazin "Journal of Mammalogy" veröffentlichte Studie war ein Vergleich: Die Schädel und Felle der Roten Flughunde (Pteropus rufus), die in Museen aufbewahrt werden, waren deutlich größer als jene von Tieren, denen Ruhs und Goodman bei ihrer Feldarbeit auf Madagaskar begegneten.

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Goodman lebt seit 40 Jahren auf Madagaskar und vermutete einen Zusammenhang mit der Jagd. Laut orf.at gelten die Flughunde nach der nationalen Gesetzgebung als Schädlinge, weil sie bevorzugt wirtschaftlich wichtige Früchte fressen. In bestimmten Teilen des Inselstaates dürfen sie deshalb gejagt werden. Viele Tiere werden als Nahrungsmittel erlegt.

„Die Idee entstand, dass ihre Körpergröße infolge des in jüngster Zeit hohen Jagddrucks abgenommen hat und sie nicht mehr so lange leben wie in vergangenen Jahrzehnten“
Steven Goodman Biologe am Field Museum

Seit 1980 werden sie kleiner

Für die Studie vermaß Goodman 121 Rote Flughunde aus den vergangenen 150 Jahren. Die Tiere befinden sich in neun naturkundlichen Museen in den USA und Europa. Ruhs wertete die Daten zu Schädeln und Zähnen statistisch aus.

"Wir sahen einen deutlichen Rückgang der Größe ab etwa 1980, als die Jagd unserer Meinung nach kommerzialisierter wurde", sagt Ruhs. Besonders deutlich sei die Abnahme am Schädel. Das könnte darauf hindeuten, dass vor allem mittelgroße und besonders große Tiere aus der Population gejagt wurden.

„Wenn man das größte Fledertier am Himmel ist, ist man vielleicht das einfachste Ziel. Außerdem liefert man dem Jäger das meiste Fleisch“
Emily Cornelius Ruhs

Die Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Kommerzialisierung der Jagd und dem Schrumpfen der Flughunde. Sie beweisen aber nicht, dass die Jagd die Ursache ist.

Vielleicht ist auch der Klimawandel beteiligt?

Ruhs vermutet weitere Gründe für die Entwicklung. Klimawandel, fortschreitende Abholzung und veränderte Zeiten der Fruchtsaison setzen den Tieren zusätzlich zu.

Die Roten Flughunde sind mit dieser Entwicklung nicht allein. Immer mehr Arten werden kleiner, wobei menschliche Einflüsse eine Rolle spielen dürften. Auch bei Rentieren, Eisbären, Eichhörnchen und Grauwalen gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass veränderte Umwelt- und Klimabedingungen ihre Körpergröße beeinflussen.

red, 04.11.2026, 12:24