Streit mit ÖGK

Rotes Kreuz droht plötzlich 9 Millionen Euro Minus

Dem steirischen Roten Kreuz droht ein Millionenloch in der Kasse. Die ÖGK plant die gestiegenen Kosten heuer nicht auszugleichen.
Newsdesk Heute
09.06.2026, 16:14
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Das steirische Rote Kreuz warnt vor erheblichen finanziellen Problemen. Hintergrund ist ein Streit mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) über die Abgeltung gestiegener Kosten.

Während die Organisation am Freitag ihre neue Landesleitzentrale in Graz eröffnet, sorgt die finanzielle Lage für große Sorgen. Das neue Einsatzzentrum in der Herrgottwiesgasse wurde um rund 50 Millionen Euro errichtet und gemeinsam von Stadt, Land und Rotem Kreuz finanziert.

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ÖGK verweigert Finanzierungs-Anpassung

Überschattet wird die Eröffnung jedoch von einem drohenden Millionenloch. Laut Rotkreuz-Präsident Siegfried Schrittwieser verweigert die ÖGK für heuer eine Anpassung der Finanzierung an die Inflation. Betroffen ist die größte Rettungsorganisation der Steiermark mit 11.500 Freiwilligen und 1.800 Beschäftigten.

Das Rote Kreuz fordert eine Indexanpassung zwischen 3,5 und 3,7 Prozent. Damit sollen unter anderem die deutlich gestiegenen Betriebskosten ausgeglichen werden. Schrittwieser verweist dabei auf massiv höhere Ausgaben: Die Kosten für Treibstoff seien um rund 30 Prozent gestiegen.

Millionen-Defizit droht

Sollte die ÖGK bei ihrer Haltung bleiben, droht dem Roten Kreuz ein beträchtliches Defizit. Ein Minus von sieben Millionen Euro sei bereits budgetiert. Ohne zusätzliche Mittel könnten weitere zwei Millionen Euro hinzukommen. "Macht in Summe neun Millionen Minus, dann wird’s für uns richtig schwierig", warnt Schrittwieser.

Welche konkreten Folgen das hätte, ließ der Rotkreuz-Präsident offen. Er deutete jedoch an, dass Einsparungen notwendig werden könnten. Betroffen sein könnten sowohl Personal als auch einzelne Leistungen.

Auswirkungen bereits spürbar

Bereits jetzt spüre man Auswirkungen von Änderungen bei der Kostenübernahme. "Schon jetzt geht die Zahl unserer Fahrten zurück, weil die ÖGK für gehfähige Patienten nicht mehr bezahlt und mit 1. Mai auch Selbstbehalte eingeführt hat."

Die Organisation hofft nun auf eine politische Lösung. Gefordert wird ein Krisengipfel mit Land, Städten und Gemeinden. Bereits am Donnerstag sollen neue Gespräche mit der steirischen ÖGK stattfinden.

Schrittwieser will die Verhandlungen nutzen, um auf die Situation aufmerksam zu machen: "Wir wollen ja unsere Arbeit machen – aber ohne Unterstützung sind wir tot!"

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