Schule blickt nach vorne

Ein Jahr nach Amoklauf: "Gibt noch viel zu verarbeiten"

Ein Jahr nach dem Amoklauf blickt das BORG Dreierschützengasse nach vorne. Im Herbst sollen alle Schüler wieder am Schulstandort unterrichtet werden.
Newsdesk Heute
08.06.2026, 20:21
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Fast ein Jahr nach dem Amoklauf am BORG Dreierschützengasse richtet die Schule den Blick nach vorne. Zwei Tage vor dem Jahrestag betonten Vertreter von Schule, Bildungsdirektion und Land Steiermark, dass die Aufarbeitung weitergehe, zugleich aber die Rückkehr zu einem geregelten Schulalltag im Mittelpunkt stehe.

"Es gibt noch viel zu verarbeiten", sagte Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) am Montag. Gemeinsam mit Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner und Schulleiterin Liane Strohmaier informierte er über den aktuellen Stand der Maßnahmen an der Schule.

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Mit der Pressekonferenz wolle man auch den Druck von Schülern und Lehrkräften nehmen. Medien wurden erneut um Zurückhaltung gebeten. "Der 10. Juni des Vorjahres hat uns alle zutiefst erschüttert. Wir sind in den Gedanken oft bei den Opfern", erklärte Meixner.

Über 1.000 psychologische Beratungen

Im vergangenen Schuljahr seien mehr als 1.000 schulpsychologische Beratungen durchgeführt worden. Ein festes psychologisches Kernteam habe sowohl Schüler als auch Lehrkräfte begleitet.

Für die Bildungsdirektion steht nun die Stabilisierung des Schulalltags im Vordergrund. "Die neue Normalität statt einfacher Rückkehr zur Normalität steht im Vordergrund", sagte Meixner. Es gehe um Schutz, Rücksichtnahme, Begleitung und klare Strukturen. Auch für die am Donnerstag beginnenden mündlichen Maturaprüfungen seien entsprechende Vorkehrungen getroffen worden.

Umbauarbeiten zu Schulbeginn fertig

Der Unterricht findet derzeit noch großteils in Räumlichkeiten des Technologiekonzerns AVL statt. Die Umbauarbeiten am Schulstandort verlaufen laut Bildungsdirektion jedoch planmäßig. Die Bereiche im dritten Obergeschoß sollen bis 19. Juni fertiggestellt werden, weitere Abschnitte bis Mitte August folgen. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen alle Klassen wieder an den ursprünglichen Standort zurückkehren können.

Parallel dazu wird ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt. Details dazu wurden nicht bekannt gegeben.

Kleine Gedenkfeier am Jahrestag

Am Jahrestag selbst ist eine kleine Gedenkfeier vorgesehen. "Am Jahrestag geht es um ein gemeinsames Erinnern und um den Blick nach vorne", sagte Meixner. "Wir wollen keine große Bühne." Insgesamt 16 Schulpsychologen werden an diesem Tag vor Ort sein. "Bitte gewähren Sie den Schülern ein ruhiges Gedenken", appellierte sie.

Schulleiterin Strohmaier erklärte, viele würden dem Herbst entgegenblicken, wenn wieder alle Klassen an einem Standort unterrichtet werden. Sie hob hervor, dass die Lehrkräfte in den vergangenen Monaten Außergewöhnliches geleistet hätten. Auch das psychologische Betreuungsteam werde weiterhin an der Schule bleiben.

"Langes und herausforderndes Jahr"

Besonders stolz zeigte sich Strohmaier auf die Schüler. Nachdem Leistungsbeurteilungen zunächst ausgesetzt worden waren, hätten viele Jugendliche inzwischen wieder an frühere Leistungen anknüpfen können. Das zeige sich auch bei den bereits absolvierten Maturaarbeiten.

Auch der Elternverein zieht nach dem vergangenen Jahr eine vorsichtig positive Bilanz. Obmann Mirza Candic sprach von einem "langen und herausfordernden Jahr". "Für viele war es nicht einfach in den Schulalltag zurückzufinden, aber es ist recht gut gelungen", sagte er.

Die beiden Schulsprecher Manuel Mohr und Nuno Koval berichteten, dass die Ereignisse die Schulgemeinschaft enger zusammengeschweißt hätten. Gleichzeitig seien die Erinnerungen weiterhin präsent. "Man sitzt zum Beispiel in der Klasse und hört ein Geräusch, das nicht sofort zu identifizieren ist, und wird sofort hellhörig. Fragen wie: 'Was war das? Kommen noch weitere solche Geräusche?' gehen einem durch den Kopf. Diese Denkmuster haben sich bei vielen von uns eingeprägt", schilderte Koval.

Nach Abschluss der Umbauarbeiten soll auch ein eigener Gedenkraum eingerichtet werden. Landesrat Hermann kündigte zudem für den Herbst einen Überblick über die Ergebnisse des Beirats für Gewaltprävention an. Geplant ist unter anderem eine zentrale Anlaufstelle für schulische und außerschulische Unterstützungsangebote bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Rückblick

Am 10. Juni 2025 hatte ein 21-jähriger Österreicher an seiner ehemaligen Schule das Feuer eröffnet. Neun Schüler sowie eine Lehrerin wurden getötet, elf weitere Menschen teils schwer verletzt. Der Täter nahm sich nach der Tat selbst das Leben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.06.2026, 20:21
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