Der Fall um die getötete Steirerin Stefanie P. nimmt eine noch dramatischere Wendung. Ein gerichtsmedizinischer Befund legt nahe, dass die 32-Jährige womöglich nicht sofort starb - sondern erst später, nachdem sie bereits in einem Koffer verstaut worden war – das berichtet die "Kronen Zeitung".
Im Zentrum steht die Frage: Was geschah am 23. November 2025 in der Wohnung der Frau in Graz-Geidorf? Ihr Ex-Freund Patrick M. hat die Tat längst gestanden. Laut seinen Aussagen habe es nach einem Treffen und Zärtlichkeiten Streit gegeben. Dabei habe die 32-Jährige "zu einem Küchenmesser gegriffen und sich damit in den Hals stechen wollte".
Der 31-Jährige schilderte laut Gutachten weiter, er habe versucht, sie zu entwaffnen. Dabei sei es zu einer Stichverletzung gekommen. Um die Blutung zu stoppen, habe er "um den Blutfluss aus der Wunde zu stoppen, fest mit meinen Händen dagegengedrückt" - "bis sich Stefi plötzlich nicht mehr bewegte", heißt es im Bericht der Tageszeitung.
Doch das nun vorliegende Gutachten zeichnet laut "Krone" ein anderes, erschütterndes Bild. Demnach starb Stefanie P. durch Ersticken. Ob dies direkt infolge eines "massiven Würgeangriffs" geschah oder erst später, ist unklar. Genau darin liegt der brisante Verdacht: Die junge Frau könnte bewusstlos, aber noch am Leben gewesen sein, als sie in den Koffer gelegt wurde - und erst dort gestorben sein.
Zusätzlich wurden schwere Verletzungen im Gesichtsbereich festgestellt. Laut Befund stammen diese von "stumpfen Gewalteinwirkungen" und entstanden noch vor ihrem Tod. Als mögliche Ursachen werden Faustschläge oder Bewegungen während des Transports im Trolley genannt, berichtet die Tageszeitung.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
Nach eigenen Angaben sei der Beschuldigte nach der Tat zunächst stundenlang "mit meinem Auto in der Gegend umhergefahren", bevor er zur Wohnung zurückkehrte und die Leiche in den Koffer legte. Anschließend brachte er diesen nach Slowenien und vergrub ihn in einem Wald.
Seine Verteidigerinnen Astrid Wagner und Ina-Christin Stiglitz erklären gegenüber der "Kronen Zeitung": "Unser Klient ist zum Zeitpunkt der Tat unter dem Einfluss von Kokain gestanden." Die entsprechenden Testergebnisse stehen noch aus.
Der Prozess gegen den 31-Jährigen wird voraussichtlich im Sommer stattfinden. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.